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Strom für 30 000 Haushalte: Neues Saarbrücker Kraftwerk soll 2012 kommen

Saarbrücken. Für die Einem ist es nur ein neues, verhältnismäßig kleines, unbedeutendes Kraftwerk. Für die Anderen ist es eine strategische, wirtschaftliche und ökologische Meisterleistung. Die Einen, das sind nach  Informnationen Manager des Konzerns GDF-Suez Deutschland AG (GSED). Zu den Anderen gehören Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Dieter Attig, der Sprecher der Geschäftsführung der städtischen Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft Saarbrücken (VVS).

Joker im Kampf mit der GSED

Die VVS will mit dem Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk, für das sie gestern im Industiegebiet Süd, direkt neben dem SZ-Druckhaus, den Grundstein gelegt hat, ab Anfang 2012 nicht nur 30 000 Haushalte mit Strom und 10 500 Haushalte mit Wärme versorgen. Das Kraftwerk soll auch ein Joker im Kampf mit der GSED sein.

In den 90er Jahren hat die VVS das Kraftwerk Römerbrücke an die GSED, die damals noch Electrabel hieß, verkauft. Der Energiekonzern hat das Kraftwerk profitabel gemacht. Und inzwischen ist man bei der VVS zu dem Schluss gekommen, dass es ein Fehler war, die Römerbrücke zu verkaufen.

Druckmittel in  Verhandlungen

Die neue VVS-Führung um Attig verhandelt nun mit der GSED um einen, zumindest teilweisen, Rückkauf des Kraftwerks. Das neue Kraftwerk im Industriegebiet, soll auch ein Druckmittel in den Verhandlungen sein, nach dem Motto: Wenn wir nicht am großen Kraftwerk beteiligt werden, fangen wir eben an, selbst kleinere Kraftwerke zu bauen.

Der nächste Schritt ist schon geplant. Auf dem Betriebsgelände der zur VVS gehörenden SaarBahn&Bus GmbH in Alt-Saarbrücken, plant Attig drei kleinere Blockheizkraftwerke. Sie sollen mit dort aus der Erde austretenedem Methangas betrieben werden. Die Turbine im Industriegebiet wird mit Erdgas betrieben. In einem Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk wird gleichzeitig mit einer Gasturbine und einer Dampfturbine Strom erzeugt. Über einen direkt mit der Gasturbine gekoppelten Generator wird zunächst mit der Gasturbine elektrische Energie erzeugt. Die heißen Abgase der Gasturbine werden danach in einem Abhitze-Dampfkessel zur Erzeugung von Wasserdampf verwendet. Mit dem Dampf wird anschließend über einen weiteren Generator elektrische Energie erzeugt.

Anlage besonders umweltfreundlich

Damit sei die Anlage besonders umweltfreundlich, sagte Attig. Sie liefere „einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“, weil „durch die hohe Brennstoffnutzung die Kohlendioxid-Emissionen gegenüber einer getrennten Erzeugung der gleichen Strom- und Wärmemengen erheblich gesenkt werden“. Eine Technik, die auch die Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr, Simone Peter (Grüne) überzeugt.

Für Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die auch VVS-Aufsichtsratsvorsitzende ist, zeigt das Projekt, „dass eine strategische, wirtschaftliche Ausrichtung und nachhaltiges Handeln im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt durchaus Hand in Hand gehen können“.

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