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Stromversorgung im Saarland - auch bei Eis und Schnee sicher?

Saarbrücken. Vor vier Jahren brachen durch Frost, Eisregen und Wind im Münsterland reihenweise die Strommasten. Tagelang saßen die Menschen in eiskalten Wohnungen. Auch in Saarbrücken ist es zurzeit richtig frostig. Ist ein Stromausfall wie im Münsterland auch bei uns denkbar?

„Die letzten Probleme mit vereisten Leitungen oder Sturm hatten wir vor etwa zehn Jahren“, erinnert sich Frank Dahm. Der Ingenieur ist für die Netzüberwachung in der Schaltleitungszentrale des Energieversorgers Vereinigte Saar-Elektrizitäts AG (VSE) in Völklingen-Geislautern verantwortlich. Er betont, das Versorgungsnetz sei im Saarland sehr dicht: „Fällt eine Leitung aus, können wir schnell andere Strecken zusammenschalten“.

Von Geislautern aus beliefert die VSE durch 999 Kilometer Hoch- und Niederspannungsleitungen nicht nur Industriekunden, sondern durch ihre Tochtergesellschaft energis auch Privatkunden. Bis auf den Saarpfalzkreis im ganzen Saarland.

„Hier wird alles fernüberwacht, wir beobachten jede Leitung, jede Trafostation“, erläutert Frank Dahm. Er achtet mit seinen Kollegen in 24-Stunden-Schichten darauf, dass kein Kurzschluss, keine Überspannung oder andere Schäden lange unentdeckt bleiben. „Wird bei einem Defekt der Strom im betreffenden Leitungsabschnitt nicht binnen 0,7 Sekunden automatisch abgeschaltet, kann es zu großen Schäden kommen.“ Sei es an Hochspannungsleitungen oder Haushaltsgeräten.

Wie sieht der Notfallplan aus? Die Computer zeigen Störungen mit optischen und akustischen Warnsignalen. Relais, das sind fernsteuerbare elektromagnetische Schalter, spüren automatisch der Ursache nach. Für Reparaturen mit Ersatzteilen wie Kabeln oder Isolatoren-Tellern rückt der mobile Einsatztrupp von Saarwellingen aus. Liegt der Schaden in einem Wohn- oder Industriegebiet, wird vor der Reparatur der Grundstückseigentümer ermittelt. Auch dies geschieht am Kontrollplatz Völklingen.

Die Versorgungssicherheit überwacht die Bonner Bundesnetzagentur, die ein Büro in Saarbrücken hat. „Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt den Netzbetreibern vor, uns einmal im Jahr eine Aufstellung ihrer Versorgungsausfälle zu schicken, sehr große Versorgungsstörungen sind uns direkt zu melden“, sagt Renate Hichert, Sprecherin der Agentur. Fazit: Für das Saarland liegen derzeit keine Meldungen vor. Aktuellste Zahl, die Hichert liefern konnte: Durchschnittlich waren 2007 die Verbraucher in Deutschland rund 19 Minuten ohne Strom. Das sei eine „hohe Versorgungszuverlässigkeit“.

Doch wer kommt für Schäden durch Überspannung oder Kurzschluss auf?„Wir leisten nur bei grober Fahrlässigkeit Schadensersatz“, sagt Christa Horn, Sprecherin der Saarbrücker Stadtwerke (SWS). Man sei nur bis zum Hausanschluss verantwortlich. Eine Regelung, die auch bei VSE und energis gilt. Bei höherer Gewalt wie Blitzschlag gebe es keine Entschädigung. Die so genannte „Niederspannungsanschlussverordnung“, Bestandteil jedes Stromliefervertrages, sieht pro Kunde eine maximale Entschädigung von 5000 Euro vor.

Aus Sicherheitsgründen liegen in Städten die Stromleitungen meist unter der Erde. Doch über Land liefern Hochleitungen die Energie zu den Abnehmern.

Christa Horn: „Richtung Völklingen laufen noch überirdische Leitungen, der geringste Teil von insgesamt 2389 Kilometern.“ Sie ergänzt: Die 40 600 SWS-Hausanschlüsse wurden 2009 zu 99,998 Prozent mit Strom versorgt.

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