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Student der Saar-Uni verdient als Hacker Geld

»Dafür mache ich Dinge kaputt - allerdings mit guter Absicht«, grinst der sympathische Informatikstudent verschmitzt. Was sich seltsam anhört, ist in Wirklichkeit recht kompliziert: Holler, der sein Bachelorstudium im Bereich Softwaretechnik der Saar-Universität bereits erfolgreich abgeschlossen hat und nun an seiner Masterarbeit sitzt, geht nämlich auf die Jagd nach Programmfehlern in Webbrowsern wie Mozillas Firefox oder Googles Chrome. Die Browser-Giganten zahlen dafür und das nicht schlecht. Mozilla belohnt im Rahmen seines sogenannten »Security Bug Bounty Program« externe IT-Spezialisten bereits seit einigen Jahren mit bis zu 3000 US-Dollar, also etwa 2200 Euro, für jede entdeckte Sicherheitslücke. Google hat im vergangenen Jahr ebenfalls ein experimentelles Programm aufgelegt, das Sicherheitsforscher dazu animieren soll, Schwachstellen im Browser zu suchen und zu melden. Für jeden gefundenen Fehler gibt es zwischen 360 und 1000 Euro.

Fast ein wenig verlegen erzählt Holler von den rund 34 000 Euro, die er im Laufe der vergangenen Jahre verdient hat. Das Geld erhielt der 24-Jährige, der sich vor allem mit Sicherheit in der Informationstechnik beschäftigt, für rund 50 Sicherheitslücken sowohl bei Firefox als auch bei Chrome entdeckt. Und das unter anderem mit seinem eigens geschriebenen Programm »LangFuzz«, das gerade mit seiner Masterarbeit entsteht. »Damit versuche ich - einfach erklärt - andere Software zum Absturz zu bringen, um zu testen, ob sie richtig funktioniert«, erklärt er. Das demonstriert er an der neuen Version 4 von Firefox, die er mit seinem Programm blitzschnell abstürzen lässt - so dass man zunächst nicht weiß, was auf dem Bildschirm gerade vor sich geht. War das jetzt »gehackt«? Auch wenn der IT-Profi das Wort nicht mag, kann man ihn in gewisser Weise als Hacker bezeichnen, aber als einen, der keinen wirklichen Schaden anrichtet - im Gegenteil.

Automatische Fehlersuche

Solche Testprogramme für Webbrowser seien an und für sich nichts Neues, erzählt der gebürtige Saarländer. Doch während diese beispielsweise nur bisherige Standards testen, modifiziert sein Programm vorhandene Testfälle bekannter Fehler. Es kann so viel variabler eingesetzt werden und geht auch auf veränderte Funktionalitäten von Browsern ein, erklärt er. Ziel sei es, seine Software auf verschiedene Programmiersprachen anwenden zu können.

Mit Informatik auf hohem Niveau beschäftigt sich Christian Holler schon länger. Sein Interesse für Computer keimte bereits mit zwölf Jahren, während der letzten Jahre seiner Schulzeit am Gymnasium besuchte er gleichzeitig an der Saar-Uni das »Juniorstudium« - Fachrichtung Informatik, versteht sich. »Das hat mich bestärkt, später dann richtig Informatik zu studieren«, erzählt er. Und das macht er erfolgreich: Vor einigen Jahren entwickelte er zum Beispiel eine Software, mit der es möglich war, Bilderspams zu entlarven.

Doch nicht nur als »Kopfgeldjäger für Programmfehler« verdient das IT-Talent seine Brötchen. Neben seinem Masterstudium arbeitet er bei der Saarbrücker Firma Sirrix AG für IT-Sicherheitslösungen und entwickelt dort Sicherheitsprodukte. Ob das nicht anstrengend ist - Uni, Beruf und Nebenjob? »Das ist es«, gibt er zu. »Oftmals sitze ich noch abends zuhause vor dem Rechner, weil mich manche Aufgaben oder Problemstellungen einfach nicht so schnell loslassen.« Doch das mache er auch gerne - schließlich sei das ja alles auch sein Hobby.

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