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Studenten: An der Saar-Uni wird's bald richtig voll

Saarbrücken. Es soll ganz dick kommen: Den deutschen Hochschulen droht im kommenden Wintersemester eine Studentenschwemme. Mit rund 500 000 Bewerbern wird es so viele wie nie zuvor geben, schätzt CHE Consult, die Beratungsfirma des gemeinnützigen Centrums für Hochschulforschung. Bereits im vergangenen Wintersemester strömten nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 444 700 Studienanfänger an die Hochschulen.



Doppelten Abiturjahrgänge und Abschaffung der Wehrpflicht

Bundesweit waren 2 218 000 Studenten eingeschrieben – so viele wie noch nie. Verantwortlich für den Ansturm sind nach CHE-Angaben die doppelten Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern sowie die bundesweite Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Dadurch kämen bis zu 44 000 junge Männer direkt nach dem Abitur an die Hochschulen. In den nächsten Jahren sollen die Zahlen kräftig weitersteigen. Denn auch die Lust aufs Studium wächst. Wie eine Umfrage der Hochschul- Informations-System GmbH (HIS) unter Schulabgängern von 2010 ergeben hat, planen bis zu 77 Prozent, ein Hochschulstudium aufzunehmen. Auch an den saarländischen Hochschulen sind die Studentenzahlen stark gewachsen.

Anfang der 90er nie dagewesenen Studentenflut

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in den vergangenen fünf Jahren von 19 598 auf 25 343. Die Hochschulen kommen aufgrund unterschiedlicher Zählkriterien und Stichtage sogar auf höhere Zahlen. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass es eng wird an den Hochschulen im Land. Anfang der 90er Jahre kämpfte man mit einer nie dagewesenen Studentenflut. Bereits damals knackten die Zahlen fast die 25 000er-Marke.

Dem angekündigten neuen Ansturm sieht man an den beiden großen Hochschulen aber relativ gelassen entgegen. „Wir rechnen mit keinem allzu dramatischen Anstieg“, erklärt Manfred Schmitt, Vizepräsident der Saar-Universität. Zwar sei die Nachfrage für die grundständigen Fächer im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent von 17 195 auf 18 149 gestiegen, diese Zahlen seien jedoch nicht aussagekräftig, da sich angehende Studenten immer an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben würden, so Schmitt. Noch wisse man nicht, was auf die Uni zukommt, die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende September. Besonders großen Andrang gibt es nach Angaben der Saar-Uni bei den Lehramtsstudiengängen, BWL, Jura und Historisch Orientierte Kulturwissenschaften.

Insgesamt werden im kommenden Wintersemester rund 4000 Studienanfänger an der Uni erwartet. In den NC-Fächern sind 2126 Plätze zu vergeben. Gerechnet wird mit einer Gesamtzahl von rund 18 000 Studenten. Finanziert werde dies über Mittel des Hochschulpakts, der den Hochschulen von 2011 bis 2015 insgesamt 26 000 Euro pro Studienanfänger zur Verfügung stellt. Zudem gehen als Ausgleich für die einstigen Studiengebühren vom Land zehn Millionen Euro pro Jahr auf das Uni-Konto.

An der kleineren Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sieht man der wachsenden Studentenzahl mit Freude entgegen. „Für uns ist die Nachfrage zunächst einmal positiv, denn es spricht für die Attraktivität der Hochschule“, sagt HTW-Rektor Wolfgang Cornetz.

Besonders großen Andrang an der HTW

Die HTW hat dieses Jahr einen Bewerbungszuwachs von 15 Prozent zu verzeichnen. An der Hochschule reichten 4577 junge Menschen ihre Unterlagen für ein Bachelor-Studium, 494 für den Master ein. Aufnehmen wird die Hochschule rund 1550 Studenten, das sind etwa 200 mehr als im vergangenen Jahr. Mit einem steigenden Budget konnten auch Kapazitäten ausgebaut werden, berichtet Cornetz, der davon ausgeht, dass die HTW im kommenden Semester insgesamt rund 5000 Studenten ausbildet. Besonders großen Andrang gibt es an der HTW bei den neuen sozialwissenschaftlichen Studiengängen.

„Die Soziale Arbeit ist neunmal überbucht“, so Cornetz. Auf 120 Studienplätze kommen rund 1100 Bewerber. Auch BWL und der Internationale Tourismusstudiengang seien stark nachgefragt. Man werde nicht umhinkommen, viele Bewerber abzulehnen, so Cornetz.

Im Rahmen des Hochschulpaktes II will die Bundesregierung für den Ausbau der Studienmöglichkeiten von 2011 bis 2015 rund 4,7 Milliarden Euro bereitstellen. Die Leistungen der Länder sind nicht verbindlich festgeschrieben.

AUF EINEN BLICK

An der Saar-Universität studieren im Studienjahr 2010/2011 17 639 Studenten. Die Hochschule verfügt über einen Etat von 184 Millionen Euro (plus 4,9 Millionen Euro Hochschulpaktmittel).

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW): 4973 Studenten, Budget: 23 Millionen Euro (22,7 Millionen Euro Landes- und 241 000 Euro Hochschulpaktmittel) Hochschule für Bildende Kunst (HBK): 350 Studenten, Budget: 3,2 Millionen Euro Hochschule für Musik Saar: 456 Studenten, Budget: 4,9 Millionen Euro Fachhochschule für Verwaltung: 449 Studenten (312 Polizei, 147 Allgemein), Budget: 1,4 Millionen Euro Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHFPG) wird aus privaten Mitteln finanziert.

Hier studieren nach Angaben der DHFPG rund 3000 Studenten.

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