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Studie: Besonders im Saarland fehlt der Nachwuchs

Die Lehre in Betrieb und Berufsschule büßt immer mehr an Bedeutung ein. Von 2007 bis 2013 sank die Zahl der Ausbildungsplätze bundesweit um 13 Prozent auf rund 563 000 Stellen. Die Zahl der Bewerber ging um 19 Prozent auf 613 000 zurück, wie aus einer in Gütersloh vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Demnach bilden besonders im Osten immer weniger Unternehmen aus. Auch die Bewerberzahlen sind dort stärker eingebrochen als in anderen Teilen Deutschlands.

Auch im Saarland ist demnach die Zahl der Lehrstellen stärker gesunken als im Bundesschnitt. Wurden an der Saar 2007 noch über 9000 Ausbildungsplätze angeboten, waren es 2013 weniger als 8000 – ein Rückgang von 15 Prozent. Die Zahl der Bewerber schrumpfte von rund 10 000 im Jahr 2007 um 16 Prozent auf etwas über 8000 im Jahr 2013. Rein rechnerisch haben sich im Saarland die Chancen der Bewerber auf einen Ausbildungsplatz leicht verbessert, schlussfolgern die Autoren der Studie.

Die Probleme seien die geringe Zahl junger Menschen, ein ungebrochener Trend zum Studium und freie Stellen, die nicht zu Bewerbern passen. „Der Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen hat sich seit einigen Jahren erheblich verschärft“, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag mit. Gewerkschaften kritisierten indes, viele Firmen gäben Jugendlichen mit Hauptschulabschluss oder ausländischem Pass kaum eine Chance. Auch die Bertelsmann-Stiftung forderte, stärker Jugendliche mit schwächeren Abschlüssen und Migranten in den Blick zu nehmen.



Gerade dem Saarland droht der Studie zufolge ein Fachkräftemangel. So stehen den 15- bis 24-Jährigen im Saarland viele 55- bis 64-Jährige gegenüber. Die Relation betrage 70 Prozent und sei „die ungünstigste aller westlichen Bundesländer“, heißt es in der Studie. Dies bedeutet, dass im nächsten Jahrzehnt vielen Ruheständlern nur wenige Azubis gegenüberstehen. Mit Blick auf das Saarland verlangen die Studienautoren, mehr in Bildung- und Ausbildung zu investieren und das Potenzial von Zuwanderung zu erschließen. Bemängelt wird, dass die Ausgaben für die beruflichen Schulen mit 3600 Euro je Schüler deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 4300 Euro liegen. Auch würden viel zu viele Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Die Quote von 28,5 Prozent sei eine der höchsten im Bundesgebiet.
 
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