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Studie: Merziger und Saarlouiser 2030 am ältesten

Von SZ-Redakteur Johannes Kloth

Saarbrücken. Ein höheres Gesundheitsbewusstsein und der medizinische Fortschritt sind die Hauptgründe, warum immer mehr Menschen in Deutschland ein hohes Alter erreichen. Eigentlich eine positive Entwicklung, würde sich nicht zugleich die Anzahl der Neugeborenen auf einem dauerhaft niedrigen Niveau bewegen. Das Ergebnis: Die Altersstruktur der Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahrzehnten drastisch verschieben. Eine Entwicklung, die auch das Saarland massiv betreffen wird.

Im Jahr 2030, so eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung, wird die Hälfte aller Saarländer älter als 51 Jahre sein. Damit wird das Saarland das höchste Medianalter der alten Bundesländer aufweisen. In Sachsen-Anhalt und Thüringen wird bis dahin bereits jeder Zweite älter als 54 Jahre sein.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Prognose auf die Entwicklung der Zahl sogenannter Hochbetagter. Damit sind die über 80-Jährigen gemeint. Während diese Gruppe in Gesamtdeutschland bis 2030 um etwa 60 Prozent zunehmen wird, liegt das Saarland als Bundesland mit dem geringsten Zuwachs in dieser Gruppe bei immerhin noch plus 41 Prozent. „Da das Saarland heute schon bei den über 80-Jährigen in der Spitzengruppe liegt und einen großen Bevölkerungsschwund bereits hinter sich hat, fällt die weitere Zunahme in dieser Gruppe im Vergleich gering aus“, sagt Bertelsmann-Projektmanagerin Petra Klug. Allerdings nur die Zunahme. Denn 2030 werden 8,8 Prozent der Saarländer über 80 Jahre alt sein.  Im Bundesdurchschnitt sind es bis dahin 8,3 Prozent.

Das Besondere an den neuen Zahlen ist die Aufschlüsselung auf alle Landkreise und Kommunen. So erwartet die Bertelsmann Stiftung im Saarland die größte Zunahme an Hochbetagten in den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis (siehe Grafik). Spitzenreiter sind die Gemeinden Weiskirchen (plus 111,3 Prozent), Rehlingen-Siersburg (plus 74,8 Prozent) und Perl (plus 73,9 Prozent).

Allerdings werden die Saarländer nicht nur älter, sondern auch weniger. Für diese Entwicklung liefert die Bertelsmann Stiftung ebenso aktuelle Zahlen. So wird die Bevölkerung im Saarland den Berechnungen nach im Jahr 2030 die Millionengrenze deutlich unterschritten haben. Nur noch 905 000 Einwohner sollen dann an der Saar leben – ein Rückgang um 11,5 Prozent. Das ist ein deutlich höherer Rückgang als im Bundesschnitt (minus 3,7 Prozent). Besonders drastisch nimmt die Bevölkerung in den Landkreisen Neunkirchen (minus 14 Prozent) und St. Wendel (minus 13,5 Prozent) ab. Bei den Gemeinden sind die traurigen Spitzenreiter Marpingen (minus 18,5 Prozent), Gersheim (minus 18,4 Prozent) und Großrosseln (minus 18,2 Prozent).

Mit ihrer Studie will die Stiftung Kommunen für künftige Herausforderungen wie den steigenden Bedarf an Pflegekräften sensibilisieren.

Die Daten zu allen Gemeinden sind im Internet zu finden unter www.wegweiser-kommune.de.



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