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Studie: Stahlindustrie von Bedeutung für Saarland

Saarbrücken. Die saarländische Stahlindustrie ist mit ihren Spezial-Produkten nicht nur Weltmarktführer, sondern leistet als zweitwichtigste Industriebranche in der Region nach der Autoindustrie einen der größten Beiträge zum Erfolg der Saar-Wirtschaft und der Eigenständigkeit des Saarlandes. So lautet ein Ergebnis der Studie zur „Regionalwirtschaftlichen Bedeutung der Stahlindustrie für das Saarland“, die das Marktforschungsunternehmen Isoplan gestern im Saarbrücker Schloss vorgestellt hat. Auftraggeber der Studie war der Verband der Saarhütten. In der saarländischen Stahlindustrie sind 13000 Mitarbeiter beschäftigt.

Martin Zwick von Isoplan sieht jedoch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Saar-Hütten angesichts der nationalen Energiepolitik zunehmend gefährdet. Er betont, dass eine „sichere, wettbewerbsfähige und umweltverträgliche Energieversorgung“ mit die wichtigste Voraussetzung zur künftigen Bestand der Saarhütten ist. Denn schon heute entfalle auf die saarländischen Stahlwerke rund ein Drittel des Energieverbrauchs aus Kohle und Gas und ein Zehntel des gesamten saarländischen Stromverbrauchs. Die im Rahmen der Energiewende zu zahlende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), steigende Stromkosten sowie CO2-Preise verursachten für die deutsche Stahlindustrie insgesamt jährliche Mehrkosten von über einer Milliarde Euro. Dadurch drohe im internationalen Vergleich eine Schieflage, die schnell auch die saarländischen Stahlstandorte erfassen könne.

Die Isoplan-Studie prognostiziert der saarländischen Stahlindustrie in den kommenden Jahren eine wachsende Bedeutung für den Erfolg der regionalen Wirtschaft. Das liege auch daran, dass die Stahlunternehmen konsequent auf Neueinstellungen setzten. Während die Industrie insgesamt im Zeitraum zwischen 2000 und 2011 um über 21000 Arbeitskräfte (13 Prozent) verringert worden sei, habe die Stahlindustrie entgegen diesem Trend zugelegt. Deshalb sei sie ein „Aktivposten auf dem saarländischen Arbeitsmarkt“. Von 100 Arbeitsplätzen in der Stahlbranche hingen 71 weitere Beschäftigte in verschiedensten Produktions- und Dienstleistungszweigen innerhalb des Saarlandes von diesem industriellen Schwerpunkt ab.

Die Autoren der Studie sprechen von 22000 Arbeitsplätzen im Saarland, die unmittelbar oder indirekt von der Stahlindustrie abhängen. Mit einem Brutto-Einkommensvolumen von 900 Millionen Euro jährlich. Ein Viertel der Einkäufe der Saar-Hütten, von Energie bis hin zu verschiedensten Bau- und Dienstleistungen, verblieben an der Saar: rund 700 Millionen Euro.

Auch die strategische Neuausrichtung der Stahlindustrie in den Bereichen Management und Dienstleistungen unter dem organisatorischen Dach der Stahl-Holding-Saar (SHS) bewertet Isoplan positiv. Sie verstärke die Wettbewerbschancen der Hütten, da sich in dieser Struktur allgemeine Kosten ebenso verringern ließen wie auch die Ausgaben für Forschung- und Entwicklung. Deren Anteil beträgt zwei Prozent vom Umsatz.
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