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Studieren auf Pump

Studieren ist teuer. 46 000 Euro muss der Durchschnittsstudent statistisch aufwenden, um ein zehnsemestriges Studium zu finanzieren. Diesen „Preis“ fürs Diplomzeugnis oder den Magisterabschluss ermittelte das Deutsche Studentenwerk (DSW) im Jahre 2006. Seitdem wurden in vielen Bundesländern, unter anderem auch im Saarland, Studiengebühren eingeführt.Für saarländische Studenten kommen so in zehn Semestern noch einmal 4600 Euro hinzu.

Doch was tun, wenn der Staat, wie es bei über 70 Prozent aller Studierenden der Fall ist, kein Bafög zahlt, die Eltern keine finanzielle Unterstützung leisten, eine Begabtenförderung nicht in Frage kommt oder lukrative Studentenjobs Mangelware sind?

Studienkredite

„Eine Möglichkeit, den Lebensunterhalt während eines Studiums zu finanzieren, stellen seit 2006 so genannte Studienkredite dar“, erläutert Heinrich Bayer, Leiter des BAföG-Amtes beim Studentenwerk im Saarland. Im Gegensatz zu einem normalen Kredit wird ein Studienkredit in monatlichen Teilsummen ausgezahlt und ist in der Regel nicht an Sicherheiten gebunden.

Fast die Hälfte aller Studienkreditverträge wird in Deutschland mit der KfW-Förderbank abgeschlossen. Antragsberechtigt sind Studenten, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland in Vollzeit ihr Erststudium absolvieren und zu Studienbeginn unter 31 Jahre alt sind oder waren. Die Kreditnehmer müssen entweder deutsche Staatsbürger sein oder Bürger eines EU-Mitgliedslandes, die sich mindestens drei Jahre in Deutschland aufhalten. Unabhängig vom Studienfach können Kredite zwischen 100 und 650 Euro monatlich für höchstens zehn Semester beantragt werden. Laut Wolfram Schweickhardt, Pressesprecher der KfW-Bank, wurden 2008 152 Zusagen für Studenten, die ihren ersten Wohnsitz im Saarland haben oder an einer Hochschule im Saarland studieren, erteilt. Der KfW-Studienkredit ist mit derzeit 6,5 Prozent verzinst und muss spätestens 23 Monate nach Ende des Studiums in monatlichen Raten zurückgezahlt werden. Auch andere Banken bieten Studienkredite an, zum Teil mit etwas günstigeren Zinsen. Allerdings liegt die KfW-Bank mit einem Rückzahlungszeitraum von bis zu 25 Jahren deutlich vor ihren Konkurrenten. Beim Antrag hilft das saarländische Studentenwerk.

Zur Unterstützung von Studierenden in höheren Semestern gibt es als zusätzliche Fördermöglichkeit den sogenannten Bildungskredit. „Er soll an Studierende vergeben werden, um ihnen den Abschluss ihres Studiums zu ermöglichen“, erklärt Bayer. Beantragt wird der Bildungskredit direkt beim Bundesverwaltungsamt in Köln. Er wird für maximal 24 Monate in einer Höhe von 300 Euro monatlich ausbezahlt. Der Zinssatz beträgt 6,37 Prozent. Bei Bedarf gibt es auch bis zu sechs Monatsraten auf einmal.

Studiengebührenkredit

Davon unabhängig ist der Studiengebührenkredit. Der Unterschied zu den beiden anderen Kreditmöglichkeiten besteht darin, dass das Darlehen nur einmal im Semester ausgezahlt wird und ausschließlich die Kosten der Studiengebühren deckt. Ähnlich wie der Studienkredit benötigt das Darlehen keine Sicherheiten und ist mit 6,9 Prozent voll verzinst. Die saarländische Landesregierung hat vor Kurzem angekündigt, ab diesem Wintersemester die Zinsen der Studiengebührenkredite während des Studiums und zwei Jahre danach zu übernehmen. Als Grundlage für den bei der KfW Förderbank auf der Internet-Seite www.kfw-foerderbank.de online zu stellenden Studiengebührenkredit-Antrag dient die Bestätigung der Immatrikulation an einer Hochschule. An der Saar-Uni muss dafür ein Antrag beim Studierendensekretariat gestellt werden.

Bayer steht den angebotenen Studienkrediten kritisch gegenüber, denn der Schuldenberg zum Ende des Studiums könne dadurch bis zu 30 000 Euro anwachsen. „Grundsätzlich sollten die Studierenden deshalb alle staatlichen Mittel ausschöpfen, bevor sie auf die Kreditschiene gehen." 
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