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Sturm „Niklas“ fegte über das Saarland - Polizei rückt zu 160 Einsätzen aus

Die umgestürzte Kaiserlinde in Elversberg.

Die umgestürzte Kaiserlinde in Elversberg.

Sturmtief „Niklas“ ist gestern auch über das Saarland hinweg gefegt und hat dabei einige Schäden angerichtet. Zu rund 160 „Sturm-Einsätzen“ musste die Polizei ausrücken. Die Berufsfeuerwehr Saarbrücken verzeichnete bis zum Abend 54 Einsätze. Weit über 50 Bäume wurden durch die Windböen entwurzelt, die bis zu 100 Stundenkilometer erreichten, in Höhenlagen sogar orkanartig auf Tempo 150 stiegen. Die Bilanz von Sturmtief „Niklas“: abgerissene Hochspannungsleitungen, gesperrte Straßen, beschädigte Dächer, Kamine und Verkehrsschilder. Auch zwei Lkw, auf der A 8 bei Perl-Borg und auf der A 1 bei Braunshausen, hielten dem Wind nicht stand und kippten um. Mehrere Unfälle ereigneten sich, weil Autofahrer auf heruntergefallene Äste oder Baumstämme auffuhren, so etwa zwischen Kostenbach und Nonnweiler, wo eine 75-Jährige mit ihrem Auto auf einen Baum prallte. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Die Bahnstrecke zwischen Türkismühle und St. Wendel war zeitweise gesperrt, nachdem ein Baum auf die Gleise gefallen war. Mehrere Züge, die aus dem besonders heftig vom Orkan betroffenen Nordrhein-Westfalen kamen, hatten Verspätung, einige fielen ganz aus – wie viele, konnte die Sprecherin der Deutschen Bahn aber nicht sagen. Am Morgen fiel am Flughafen Ensheim ein Flug nach Hamburg wegen des stürmischen Wetters aus. Ein weiterer, aus Hamburg kommend, konnte nicht landen.

Mutmaßlich ältestes Opfer des Sturms: die 101 Jahre alte Kaiserlinde in Elversberg – Wahrzeichen des Ortes und des Fußballvereins SV 07 Elversberg (SVE), der seit 1925 auf dem Grundstück nahe der Linde spielt. Der unter Denkmalschutz stehende Baum war gut zwei Meter dick, konnte den Sturmböen aber nicht standhalten. Verletzt wurde niemand, zwei Autos wurden jedoch beschädigt. Zu den Aufräumarbeiten kamen etliche Schaulustige, die „merklich berührt“ gewesen seien vom Verlust der Linde, so die Polizei . Reiner Pirrung , Bürgermeister der Gemeinde, hatte 2008 noch gesagt, die Kaiserlinde werde viele Stürme überstehen und wahrscheinlich sogar ihn selbst überleben. „Es macht mich traurig, unser Naturdenkmal in Zukunft zu missen“, sagte er gestern. Auch die SVE war betroffen: „Von Trauer zu sprechen, wäre übertrieben“, sagte Sprecher Boris Röder. „Aber es ist natürlich schade.“ Der Verein erwägt, einen neuen Baum zu pflanzen, muss dies aber zunächst mit der Gemeinde abklären.

Während sich das Tief in anderen Teilen Deutschlands zum Orkan auswuchs, hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für das Saarland „nur“ eine Warnung vor schwerem Sturm herausgegeben. In der Nacht zog „Niklas“ Richtung Baltikum ab. „Das wechselhafte Schauerwetter und stürmische Windböen halten aber bis Freitag an“, sagte Lars Kirchhübel vom DWD.
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