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Sulzbach: Prügelei soll Zivilcourage testen

Sulzbach. Viel Betrieb am Dienstag auf dem Wochenmarkt in Sulzbach. Alles friedlich, sonnig, alle munter – doch dann dieses Geschrei, das durch Mark und Bein geht. Ein kräftiger junger Mann packt vorm Obst- und Gemüsestand wie aus heiterem Himmel eine schmale junge Frau am Hals, zerrt brutal an ihr und schlägt sie zu Boden.

Beherzt eingegriffen

Und dann das, was man kaum vermuten konnte: Ein paar Frauen, gerade beim Einkauf, sind sofort zur Stelle, greifen ein. Unter ihnen die 77-jährige Mathilde Gulpain und Waltraud Trauthwein (68). Eine Dame droht lautstark damit, die Polizei zu rufen, während die Marktfrau Gabi Metz-Berlinghof ruck-zuck einen knüppeldicken Rettich in der Hand hält und sich anschickt, dem Täter eins überzubraten. Soweit aber kommt es nicht, ganz geschwind wird die äußerst heikle Situation aufgeklärt. Gefilmt vom Sender RTL, war gestern in Sulzbach das Gewaltpräventionsteam der Bundespolizei zugange.

Das „Opfer“, Polizeimeisterin Anne Bothur, und ihr als Täter agierender Kollege Denny Zahn hatten die handfeste Auseinandersetzung glücklicherweise nur gespielt. Allerdings mit sehr ernstem Hintergrund: Es geht um das Thema Zivilcourage, das die uniformierten Beamten in die Bevölkerung hineintragen möchten. Wie verhalte ich mich, wenn ich in eine solche Situation hinein gerate oder sie beobachte, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Präventionsgedankens. Der Aktion auf dem Ravanusaplatz zugrunde liegt die Ordnungspartnerschaft zwischen Bundespolizei, der Deutschen Bahn, der Polizei-Inspektion sowie der Stadt Sulzbach.

2009 gegründet, hat diese Zusammenarbeit den Zustand des Sulzbacher Bahnhofs hinsichtlich Vandalismus „schon deutlich verbessert“, wie gestern Bürgermeister Michael Adam befand.

„Wer nichts tut, macht mit.“

Der bei der Bundespolizei in Bexbach für Kriminalprävention verantwortliche Hauptkommissar Friedrich Denne erklärte, dass die Reaktion von Zeugen bei Gewalt nicht einzuschätzen sei. Manche würden beherzt dazwischen gehen, andere wiederum sich nicht von der Stelle rühren oder verschwinden. In einem solchen Fall wie dem in Sulzbach gezeigten würde es aber schon reichen, die polizeiliche Notrufnummer 110 anzuwählen, um rasch Hilfe herbeizuholen. „Wer nichts tut, macht mit.“ Diesen Slogan, sagt Friedrich Denne, hätten die Kollegen in Rheinland-Pfalz ausgegeben. Übrigens: Das gleiche aggressive Schauspiel wie am Marktplatz führte das Gewaltpräventionsteam gestern auch am Theodor- Heuss-Gymnasium und am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum (TGBBZ) in Neuweiler auf. Die Schüler waren völlig ahnungslos, als der vermeintliche Täter in der Unterrichtspause über sein weibliches Opfer herfiel.

Was allerdings die Polizisten allesamt erstaunte, war dass kein Schüler des Berufsbildungszentrums etwas unternommen habe, während einige Gymnasiasten sich sehr wohl in Bewegung setzten, als die „Gewalt“ eskalierte. Viel Arbeit in der Öffentlichkeit scheint da noch vonnöten.

www. www.aktion-tu.was.de

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