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Sulzbach war gestern das Mekka der Gitarren-Freaks

Ob Star oder Nachwuchsmusiker: Gitarristen aus dem Südwesten reisen fürs neue Instrument nicht unbedingt in die Metropolen. Viele steuern ein Fachgeschäft in Sulzbach an. Nicht zuletzt, wenn das »Six and Four« zur Instrumentenbörse bittet.

Ob Star oder Nachwuchsmusiker: Gitarristen aus dem Südwesten reisen fürs neue Instrument nicht unbedingt in die Metropolen. Viele steuern ein Fachgeschäft in Sulzbach an. Nicht zuletzt, wenn das »Six and Four« zur Instrumentenbörse bittet.

Sulzbach. Wirr klingen die Gitarren im ehemaligen Schulhaus in der Sulzbacher Straße Am Hessenland durcheinander. Kein Wunder, denn in den ehemaligen Klassenräumen ist einiges los. Da begeistert ein saitensicherer Bassist seine Zuhörer mit einem virtuosen Slap-Solo. Im Zimmer nebenan heult eine verzerrte E-Gitarre. Ganz hinten, im letzten ehemaligen Klassensaal, jammt eine Gruppe junger Leute auf elektrischen Gitarren. Im Flur mischt sich alles mit Verkaufsgesprächen und Fachsimpeleien von Gitarrenfans aus aller Welt. So ist das eben, wenn „Six and Four“, das Heiko Bellon, einer der beiden Chefs, als das größte Musikfachgeschäft im südwestdeutschen Raum bezeichnet, zur Musikmesse bittet. So wie am gestrigen Sonntag.

"Alles Mögliche, aber Hauptsache alt"

Henrik Bergmann und Marco Schumacher sind Teenager. Sie spielen auf Gibson-Gitarren das, was schon ihre Eltern mochten. „Hardrock, Heavy Metal, Punk, alles Mögliche, aber Hauptsache alt“, sagt Henrik, als er innehält. Die Jungs aus Bachem und Reimsbach bei Merzig fingen im Kindergarten mit der Musik an. „Musikalische Früherziehung mit Glockenspiel und Keyboard“, sagt Marco. „Und Xylophon“, fügt Henrik lachend hinzu. Die beiden spielen in verschiedenen Bands. Marco bei den Burning Strings, Henrik bei One Step Ahead. Wenn sie sich in Sulzbach treffen, jammen sie oft bei „Six and Four“. Zweihundert Euro geben beide pro Jahr schätzungsweise für ihr Hobby aus. Als die Gitarren angeschafft wurden – Henrik schwört auf seine holzfarbene Gibson Les Paul, Marco auf seine schwarze Swing-GT – war natürlich weit mehr Geld fällig. Beim Hobby soll es aber nicht bleiben.

„Irgendwann einmal bei Rock am Ring oder im Madison Square Garden spielen wie die Scorpions“, sprudelt es aus Henrik heraus. Außerhalb des ehemaligen Schulhauses wird viel und gern gefeilscht. Ob es um ein frisch herausgeputztes Schlagzeug geht, eine gut behütete rare Gitarre oder einen Roland-Verstärker mit fettem Röhrensound: Bei der Musikerbörse auf dem Gelände ist alles zu haben, und um alles wird heftig gefeilscht.

Messe findet zum 14. Mal statt

„Inzwischen ist unsere Messe, die jetzt zum 14. Mal stattfindet, zur etablierten Veranstaltung geworden. Viele Musiker, größtenteils aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und aus Frankreich, haben sie im Kalender vermerkt“, sagt Bellon, der das „Six and Four“ mit Johannes Bieg betreibt. „Einmalig, was die auf die Beine gestellt haben, und wie ausdauernd die beiden das machen“, meint Christoph Gottschalk.

Wie Stratocaster-König Thomas Blug, der mit seinem Jimi-Hendrix-Programm den musikalischen Höhepunkt der Messe bildete, spielt Gottschalk eine weiße Strat. Gottschalk gehört zur älteren Garde der saarländischen Rockmusiker. Er hat vor Monaten „The Ipcress“, seine Schülerband aus den 1960er-Jahren, wiederbelebt. Die „Six-and-Four“-Betreiber sind noch nicht am Ziel. „Wir wollen uns hier am Standort vergrößern“, sagt Bellon. Das soll bei laufendem Geschäftsbetrieb geschehen. Denn das „Six and Four“ soll in dieser Zeit Treffpunkt von Rockmusikern aus der Großregion bleiben.

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