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Supermarkt: Spinne müsste tot sein

Bexbach. Auf dem Parkplatz vor dem Bexbacher Real-Markt haben sich am Montagmittag (11.07.2011) mehr Journalisten versammelt, als potenzielle Marktbesucher oder Schaulustige. Und die, die da waren beobachten die wartenden Medienvertreter entweder von der Imbissbude vor dem Eingang zum Markt aus, oder drehen gleich wieder um. Der wegen dem Fund einer Bananenspinne seit dem Wochenende geschlossene Real-Markt in Bexbach hat noch nicht wieder geöffnet. Nachdem ein Mitarbeiter am Freitag beim Auspacken frischer Bananen eine als giftig geltende Bananenspinne entdeckt hatte, wurde das Geschäft in Bexbach durch die Ortspolizeibehörde bis auf weiteres geschlossen und von einem Kammerjäger begast. „Wir gehen stündlich davon aus, dass wir hier heute wieder öffnen können“, sagte Markus Jablonski, Deutschland-Sprecher der Real SB-Warenhaus GmbH. Allerdings wurde daraus nichts.

Denn das saarländische Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz (LGV) in Ottweiler gab am Montag das Geschäft nicht frei. Sebastian Buchmann (Foto 4 und 6), Leiter der LGV-Region Ost (St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalzkreis): „Es wurde zum Begasen eine organische Chlor-Phosphor-Verbindung verwendet.“ „Dichlorvos“ sei ein Nervengift, das Insekten töte und auch für den Menschen nicht unbedingt zuträglich sei, so Buchmann.  Er geht davon aus, dass die Spinne, sofern sie sich noch im Gebäude aufgehalten habe, „mit Sicherheit tot ist“. Es gehe jetzt nur darum, dass sich das Gift soweit verflüchtigt hat und auch auf verpackten Gegenständen wie etwa Spielzeug nicht mehr die Gesundheit der Verbraucher gefährden könne. „Denn es wurde beim Begasen nichts abgedeckt, da man ja davon ausging, dass sich das Tier unter die Regale oder zwischen die Ware verkrochen haben könnte. Frisches wie Obst oder Gemüse oder offene Ware ist sofort vernichtet worden“, erläutert Buchmann.



Bodo Sonkol (48, Foto 7, 9 und 18) aus Bexbach, der das Warte-Geschehen entspannt von seinem Imbiss-Tisch verfolgt, sagt: „Ich weiss schon, worum es hier geht. Bei Ihren Kollegen im Saartext habe ich gelesen, was hier passiert ist und dass im Laufe des Tages hier der Laden wieder öffnen soll.“ Der Industriemechaniker geht regelmäßig bei Real in Bexbach einkaufen und hat auch keine Bedenken für die Zukunft: „Ich habe da jetzt keine Angst wieder reinzugehen. Die haben ja alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen, alles sauber gemacht.“ Er sehe oft Tierfilme im Fernsehen: „Da geht’s ja auch oft um Insekten oder Taranteln.  Und ein Film drehte sich auch um Spinnen, da war auch eine Bananenspinne dabei.“



Auch die 31-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte Daniela Seger (Foto 2 und 15) aus Kirkel musste unverrichteter Dinge wieder umkehren: „Ich wusste es ja, dass der Markt geschlossen ist, im Grunde geht es mir nur darum, unsere Geschäftspost abzuholen.“ Aus dem Postfach in einer Postfiliale im Real-Markt der Bexbacher Anwaltskanzlei, für die sie arbeitet. Bereits am Freitag musste Seger schon ohne Post umkehren. Und: „Spinnen mag ich überhaupt nicht. Aber die Bananenspinne habe ich zumindest schon einmal gegoogelt.“ Wie wohl jeder Zweite im Saarland, vermutet Seger – und steigt wieder in ihren Wagen.

Real, so teilte das saarländische Landesministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz am späten Montagnachmittag mit, wurde aufgefordert, anhand von Proben nachzuweisen, dass nach den Maßnahmen des Kammerjägers keine Gefahr besteht. Nach Angaben des Unternehmens könnten Ergebnisse morgen Nachmittag vorliegen. Die Analysen der Giftkonzentration, so Sebastian Buchmann vom LGV, arbeite ein von Real beauftragtes nicht-saarländisches Institut aus.
Zu der als hochgiftig und aggressiv geltenden Bananenspinne sagte Buchmann: „Die Spinne wird nicht von sich aus aggressiv, nur wenn sie gestört wird. Aber man kann sagen: Wenn sie das Gift eingeamtet hat, ist sie mit Sicherheit tot.“ 
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