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Tätersuche nach Erbacher Milzbrand-Alarm

Wegen Verdacht auf Verbreitung von Milzbranderregern haben Polizei, Feuerwehr und DRK den zweiten Großeinsatz innerhalb von nur zwei Tagen im Saarland am Donnerstag (24.5.2012) in Saarbrücken-Burbach. Eine Frau hatte einen Brief mit weißem Pulver in der Post. Foto: Becker&Bredel

Wegen Verdacht auf Verbreitung von Milzbranderregern haben Polizei, Feuerwehr und DRK den zweiten Großeinsatz innerhalb von nur zwei Tagen im Saarland am Donnerstag (24.5.2012) in Saarbrücken-Burbach. Eine Frau hatte einen Brief mit weißem Pulver in der Post. Foto: Becker&Bredel

Homburg. Eigentlich sollte gestern, einen Tag nach dem Milzbrand- Alarm in Erbach (wir berichteten ausführlich), eine eigens angesetzte Pressekonferenz weitere Informationen zur „Briefattacke“, den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen und den bislang ermittelten Ergebnissen liefern. Allerdings sorgte das Maß an Offenheit bei den Pressevertretern durchaus für Überraschung. So als Professor Barbara Gärtner, Mikrobiologin und zuständige Fachberaterin für biologische Wirkstoffe der Einsatzkräfte am Mittwoch, auf Nachfrage einräumen musste, dass mindestens bis zur offiziellen Entwarnung am Mittwochabend nicht alle 17 Fundstücke untersucht worden seien.



Man habe, so Gärtner, die unterschiedlichen Formen, in denen die unbekannten Substanzen aufgefunden worden waren, eben nach ihrer Konsistenz in Gruppen aufgeteilt. „Wir haben einfach Stichproben gemacht“, so Gärtner. Dieses Vorgehen habe auf der Unwahrscheinlichkeit beruht, dass ein Täter giftige Substanzen in einer so großen Anzahl von Fundobjekten platziert habe. Auf erneute Nachfrage aus dem Kreis der Presse, dass Aussagen wie „Stichprobe“ angesichts einer zumindest angenommen Maximalbedrohung (auch die Ministerpräsidentin sei fortlaufend informiert worden) kaum auf einen hundertprozentigen Ausschluss einer Gefährdung schließen lassen, sagte Barbara Gärtner: „Es ist vielleicht ehrlich zu sagen, dass man immer mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet. Hundert Prozent gibt es nie. Also arbeiten wir immer mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.“

Diese sinke im Zuge einer Untersuchung, „aber sie wird nie Null. Und das ist ein minimales Restrisiko, das wir jeden Tag in unserem Leben eingehen“. Mit Blick auf die Entwarnung vom Mittwochabend erläuterte Gärtner: „Irgendwann haben sich die Hinweise so sehr gemehrt, dass man sagen konnte: ,Es ist jetzt gerechtfertigt, Entwarnung zu geben’.“ Auch in einer weiteren Angelegenheit mussten sich die Vertreter der am Mittwoch im Einsatz befindlichen Kräfte – Polizeioberrat Udo Schneider vom Landespolizeipräsidium, Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner und Homburger Wehrführer Bernd Habermann für die Feuerwehr, Homburgs zuständiger Beigeordneter Rüdiger Schneidewind – Kritik gefallen lassen.



So räumte Schneidewind den Fehler ein, dass man die Presse nicht rechtzeitig informiert habe – und damit ja auch die Öffentlichkeit nicht. Nach Diskussionen im Führungsstab habe man sich zu diesem Vorgehen entschlossen, um eine mögliche Panik nach Meldung eines Milzbrand-Alarms über elektronische Medien zu vermeiden. „Allerdings, und das räume ich ein, hätte man durchaus mit der Presse sprechen können. Auch mit der Bitte, die Information zunächst vertraulich zu behandeln. Ich nehme diese Kritik an.“ Zum aktuellen Stand der Ermittlungen gab es gestern keine wesentlichen Informationen. Udo Schneider von der Direktion 1 Gefahrenabwehr/Einsatz beim Landespolizeipräsidium verwies auf die nun anlaufenden, kriminaltechnischen Untersuchungen der Fundstücke als einer der Ermittlungsansätze. Er machte dabei klar, dass die Polizei in einer Strafsache ermittelt. Zudem müssten der oder die Täter, dies hatte Rüdiger Schneidewind schon zu Beginn der Pressekonferenz verdeutlicht, mit Regressforderungen der Stadt rechnen. „Das war eine üble Geschichte.“

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