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Tagesklinik für Kinder mit Problemen

Gestern wurde es amtlich: Das Uniklinikum und der Johanniterorden betreiben jetzt gemeinsam eine Tagesklinik für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Bis zum Jahresende soll der Neubau fertig sein.


Homburg. Gestern wurde im Verwaltungsgebäude des Uniklinikums ein Vertrag unterzeichnet, der für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen eine Menge Erleichterungen mit sich bringt.

Denn in Zusammenarbeit mit dem Johanniterorden wird es noch in diesem Jahr eine Tagesklinik auf dem Campus geben - für Kinder und Jugendliche mit mittelschweren psychischen Störungen.

Die Landesregierung und der Johanniterorden steuern für den Bau der Tagesklinik rund eine Million Euro bei. Diese Klinik schließe eine Lücke zwischen dem therapeutischen Angebot der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Psychotherapie, sagte Wirtschaftsminister Joachim Rippel, der als Vorstandsvorsitzender des Klinikums zu dem gestrigen Termin aus Saarbrücken gekommen war. Bisher gibt es für Kinder und Jugendliche lediglich eine stationäre Versorgung und eine Ambulanz am Institut. "Die Umbaumaßnahmen in unserem Gebäude 33 werden bald beginnen, damit der Betrieb möglichst Ende des Jahres aufgenommen werden kann", stellt der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Uni-Klinikums, Professor Hans Köhler, klar.

Die Gründung der gemeinsamen Gesellschaft zwischen dem Uni-Klinikum und dem Johanniterorden stelle ein Novum dar, so Köhler weiter. Es sei das erste so genannte ÖPP - Öffentlich-Private-Partnerschaftsprojekt, das neben dem gemeinsamen Betrieb auch eine gemeinsame Finanzierung der Umbau- und Ausstattungskosten der Tagesklinik vorsieht. 

Der Johanniterorden, der gestern zur Vertragsunterzeichnung mit mehreren Ritterbrüdern vertreten war, hat seit einigen Jahren einen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit gelegt und betreibt bereits eine Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik in Neuwied.

Am Ende erläuterte Professor Alexander von Gontard, der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, was eine Tagesklinik bewirken könne. Jugendliche werden morgens um acht Uhr gebracht, frühstücken gemeinsam und besuchen dann in der Klinik-Schule den ganz normalen Unterricht.

Nach dem Mittagessen werden die Hausaufgaben gemacht, dann geht's abends wieder nach Hause. Innerhalb dieser Tageszeiten werden sie einerseits betreut, erleben andererseits aber auch einen ganz normalen Schulalltag. Das war bisher bei der Ambulanz nicht möglich, die lediglich einige Termine pro Woche anbot.

Meinung

Bessere Zukunft für Kinder

Von SZ-Redakteurin Christine Maack

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein Stiefkind innerhalb der Medizin, ganze neun niedergelassene Fachärzte gibt es dafür im Saarland, im Saarpfalz-Kreis nicht einen einzigen, sagt Professor Gontard. Deshalb ist es wichtig, dass gerade in Homburg eine eigene Klinik für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen existiert, in der nicht nur behandelt, sondern auch geforscht wird. In dieser Klinik wird die Kehrseite des fröhlichen Jugendkultes sichtbar: Depressionen, Selbstmord-Gefährdung, Aufmerksamkeits-, Angst- und Zwangsstörungen und vieles mehr. Es gibt hier keine Schuldzuweisungen, es gibt nur die Arbeit mit den Eltern und das Bemühen um die Kinder. Jeder bekommt einen Termin. Schön, dass auch der Johanniterorden mit im Boot ist und zusammen mit der Landesregierung Flagge zeigt für eine bessere Zukunft.

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