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Tanzaktion: Saarbrücken sei happy! - Wo bleibt unser Video auf Youtube?

In Hochkönig im Berchtesgadener Land sind sie es. In Gdynia in Polen. In Kampot in Kambodscha. In Cotonou (Benin) und Marrakesch. Sogar in Mannheim. Überall sind sie „happy“– nur in Saarbrücken nicht. Seit Wochen kann man im Internet, auf der Plattform „youtube“ (www.youtube.com) eine herzerwärmende, weltumspannende Tanz-Aktion erleben. Zum Gute-Laune-Song „Happy“ von Pharrell Williams tanzen die Menschen auf Straßen und Plätzen, zwischen Ruinen und Einkaufsmeilen, in Tanzschulen und Hotel-Küchen. Und zwar weltweit. Überall filmen sie sich und ihre Freunde und stellen dann die oft ausgesprochen ansprechenden Filme ins Netz.

Man kann Stunden damit verbringen, die Menschen in aller Welt zu beobachten, wie sie in die Kamera lachen, mit Kindern und Alten tanzen, coole HipHop-Moves machen oder auch mal ein Ballerina-Schrittchen. So taucht man ein in eine Welt, die so zusammengewachsen ist, dass man schwer glauben kann, dass es da immer noch kulturelle Konflikte gibt. Die jüngeren Leute sehen sich auch alle ein bisschen ähnlich – egal, ob sie dunkel oder hell sind, asiatisch oder schottisch. Sie tanzen zum selben Song, tragen ähnliche Klamotten und verbreiten die gleiche Stimmung, sei es vor schicken Palästen, großen Schiffen oder ärmlichen Hütten.

Stündlich kommen neue Videos dazu. Manchmal werden die professionell zum Beispiel von Radiostationen gefertigt. Oder man entdeckt ein altes Baseler Grandhotel, das sich und seine Leute, inklusive Portier und Koch, beschwingt in Szene setzt. Besonders berührend ist das Video aus Kampot in Kambodscha, das ein Projekt für behinderte und nicht behinderte Menschen ins Netz gestellt hat. Da tanzen sie mit Rollstühlen und an Krücken, Hauptfigur ist ein blinder Junge – und das Ganze ist so voller Lebensfreude, dass man sich für manches Gejammer wegen kleiner Wehwehchen schämen möchte.

Meistens sind die „Happy“-Videos aber offensichtlich von jungen Leuten gemacht, die Spaß am Tanzen haben und sich gern im weltweiten Netz bewegen. „Alba Lulia is also happy“ liest man da zum Beispiel und lernt, dass das ein Ort in Rumänien ist. Im polnischen Gdynia tanzen sie im Schnee und am Meer, und manchmal haben sie auch Hasenkostüme an. Im französischen Boulogne-Billancourt klatschen sogar die Metzger in der Markthalle mit, und in Florenz tanzt ein ganzer Kaffeeladen.

Da fragt man sich ja schon: Wo sind denn die jungen Leute in Saarbrücken? Wir haben Tanzschulen und tanzende Vereine, viele Leute, die Musik machen, und auch noch eine Kunsthochschule, deren Studenten gern Filme drehen. Da wird es höchste Zeit, dass man nicht nur in Saarbrücken sehen kann, wie Tanger und Kuwait tanzt, sondern auch in Kuwait und Kapstadt den Saarbrückern beim Tanzen zuschauen kann. Soviel Ehrgeiz muss sein.
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