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Tanzprojekt gibt Jugend neue Hoffnung

Saarbrücken. Sie haben wegen Familienproblemen eine Ausbildung abgebrochen oder erst gar keine Lehrstelle gefunden. Oder sie sind von der Schule geflogen. Doch Tanz und Musik lassen sie neue Hoffnung schöpfen. 32 Jugendliche haben ein großes Ziel: die Aufführung eines Musicals unter Federführung des Vereins 2. Chance Saarland. Für Dunja, 18, sind die Räume in der Försterstraße direkt neben dem Jugendzentrum schon fast ihr Zuhause: „Bei mir dreht sich alles um 2. Chance.“ Und um Musik. Deshalb hat die junge Frau mit den bunten Haaren gleich ihre Gitarre mitgebracht. Mit Hilfe von Projektleiter Saeid Teimouri und dessen Team hat sie wieder Boden unter den Füßen. Denn der Verein will nicht nur ein Musical auf die Beine stellen, sondern den Jugendlichen neues Selbstvertrauen geben. Ein Praktikum hat Dunja abgebrochen, doch jetzt hat sie mit Hilfe des Vereins eine neue Chance im SZ-Druckhaus bekommen. Dunja denkt schon weiter und sagt, sie wolle an der Abendschule den Realschulabschluss machen.
 
Der Name ist beim Verein 2. Chance Programm. Der kümmert sich um straffällig gewordene Jugendliche und um junge Menschen mit „besonderen Integrationshemmnissen“, wie es im Vereinsprospekt heißt. „Hier treffen ganz viele Kulturen und Charaktere aufeinander – von ganz ruhig bis hyperaktiv“, erzählt Daria, 18. Die Proben für das Musical und diverse Workshops – darunter auch ein Antiaggressions-Training – haben die Gruppe zusammengeschweißt. Daria: „Wir sind füreinander da.“ Viele verbringen mittlerweile auch die Freizeit miteinander. Die ist bei Daria jetzt auf die Abende beschränkt. Denn 2. Chance hat ihr ein Praktikum im katholischen Kindergarten auf der Folsterhöhe besorgt. Daria will sich auch durch viele herumwuselnde Drei- bis Sechsjährige nicht abschrecken lassen. Denn die junge Frau und begeisterte Hip-Hop-Tänzerin will später auf die Akademie für Erzieher und dort einen Abschluss machen.
 
Teimouri ist überzeugt, dass Daria das packt. Sie fiebert schon der Aufführung des Musicals entgegen. Anfang 2010 soll es soweit sein. Bis dahin wird noch viel Schweiß fließen. „Ich habe großen Respekt, dass die Jugendlichen so lange durchgehalten haben“, sagt Teimouri. Für ihn steht nicht das Musical im Mittelpunkt: „Viele waren hilflos, als sie zu uns gekommen sind. Sie haben eine Perspektive gefunden. Das ist das Interessante an diesem Projekt.“ Die Jugendlichen nennen Teimouri „großer Papa“. Wenn's Probleme gibt oder jemand Hilfe braucht, ist er da. Deshalb klingelt auch pausenlos sein Handy. Nach dem Musical will der Verein weiter für die Jugendlichen da sein. Teimouri nennt es eine „Akademie für Qualifizierung und Ausbildung“. Mal sehen, ob Mario, 24, dann immer noch Hilfe braucht. Er litt auch unter Familienproblemen. Jetzt hat er einen neuen Plan für seine Zukunft, will Tanz- und Kampfsportkurse geben. Mit Hilfe von Teimouri und seinem Team hofft auch er auf eine zweite Chance im Leben.Markus Saeftel  
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