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Tatort Tankstelle: Polizei jagt Spritdiebe mit französischer Hilfe

Es ist ein typisches Männer-Delikt. Der Täter steuert eine Saarbrücker Tankstelle an und tut noch kurz so, als wolle er bezahlen. Dann braust er davon. Um die Kamera-Aufnahmen zu entwerten, geht dem Tankbetrug fast immer ein Diebstahl voraus. Die Nummernschilder am Auto sind gestohlen.

Zurück bleiben wütende Tankstellenpächter, beklaute Wagenbesitzer und viel Arbeit für die Polizei . Nicht zuletzt in der Grenz-Inspektion Alt-Saarbrücken , wo sich an den Ausfallstraßen Richtung Frankreich die Tank-Stationen reihen und der Weg ins Nachbarland kurz ist. 70 Fälle von Spritdiebstahl in diesem Jahr hat der von Mathias Biehl geleitete Ermittlungs- und Servicedienst für Alt-Saarbrücken registriert.

Auf um die 100 könnte sich die dort die Jahresbilanz belaufen, wenn erst einmal jeder der 2016er-Fälle erfasst und bearbeitet ist. Das dürften längst nicht alle sein. Denn nicht jeder betrogene Tankstellenpächter hat noch die Zeit und die Nerven, alle Vorfälle bei der Polizei zu melden.

Um die 300 liegt voraussichtlich zum Jahresende die Zahl der in Alt-Saarbrücken geklauten Nummernschilder. Dazu Biehl: „Besonders betroffen sind die großen Parkplätze am Winterbergkrankenhaus und auf dem ZF-Gelände sowie die Parkzonen in der Umgebung der HTW. Sobald wir dort oft Streife fahren, um den Druck auf die Täter zu erhöhen, weichen sie auf andere Teile der Stadt aus.“ Als Beispiel für eine solche Ausweichreaktion nennt Biehl einen Seriendiebstahl, wie es ihn kürzlich an der Saarlandhalle gab. Dort standen nach einer Abendvorstellung gleich 30 verärgerte Autobesitzer auf einmal vor Wagen ohne Nummernschilder. Doch trotz solcher Versuche, sich die Ermittler vom Hals zu halten, fliegen die Kriminellen mitunter auf. Denn die Polizei setzt in Saarbrücken auf ihre guten Kontakte nach Frankreich, von wo ja viele der Tank-Verbrecher kommen. Auch jener, der sich neulich in kurzer Zeit gleich dreimal in Deutschland illegal aus der Zapfpistole bediente und dann in aller Ruhe davonfuhr. Um die Serie schnell zu beenden, gaben die Alt-Saarbrücker alle Erkenntnisse über den Betrüger und sein Auto an die französischen Kollegen weiter. Alltag zwischen Alt-Saarbrücken und den umliegenden französischen Polizeistationen. Ein Gendarm in Behren sah sich die Bilder aus den Saarbrücker Überwachungskameras an und griff zum Telefonhörer. „Wir kennen den“, sagte er seinem deutschen Kollegen. Denn der Gesuchte ist drüben längst polizeibekannt. Nächster Teil der deutsch-französischen Zusammenarbeit: Die Justiz des Nachbarlandes könnte den Mann für seine in Deutschland begangenen Taten verurteilen. Und zwar als Teil eines größeren Verfahrens, das gegen den Beschuldigten ohnehin schon läuft.

 

Nächste Straftat folgt rasch

An alle Opfer von Kennzeichendieben appellieren Biehl und sein Kollege, sich sofort bei der Polizei zu melden. „Die Straftat, für die der Dieb die Nummernschilder braucht, folgt ja meist sehr rasch. Deswegen ist es für uns wichtig, die gestohlenen Schilder ganz schnell zur Fahndung auszuschreiben.“ Den Ärger und die Rennerei, die auf die Bestohlenen zukommt, kann Biehl den Betroffenen nachfühlen. Er reicht vom freien Tag, den viele opfern müssen, bis zu den rund 100 Euro, die für neue Schilder und Papiere zu berappen sind. Und das gute alte Kennzeichen, dem Fahrer oft ans Herz gewachsen, ist ja auch unwiederbringlich dahin.

 

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