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Tatsächlich: Wasserzähler rechnen falsch ab

Dillingen/Saarlouis. Der Wasserhahn ist zu, der Zähler läuft weiter: Der so genannte Nachlauf kann beachtliche Mehrkosten verursachen. Zum Nachlauf kommt es vor allem, wenn Wasserzähler nicht auf die Größe des Hauses oder des Haushalts abgestimmt sind. Dann sind sie für das entnommene Volumen schlichtweg zu groß und messen ungenau. Bundesweit wurde das Problem in den Medien thematisiert. Dass überdimensionierte Wasserzähler außerhalb des geeichten Messbereiches arbeiten und damit das Messergebnis verfälschen können, bestätigte auch der Fachverband Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) im Juni in einem Rundschreiben.

Was seit Jahren ein Streitthema zwischen Kunden und Wasserwerken ist, verschärft sich durch eine neue EU-Richtlinie: Die 2006 in Kraft getretene EU-Messgeräterichtlinie (MID) zieht eine andere Zählerbezeichnung nach sich. Die neue Dauerleistung Q3 nach MID ist aber nicht identisch mit der bisherigen Nennleistung Qn nach der alten Norm. Den alten Zähler qn 2,5 für Ein- bis Zwei-Familienhäuser ersetzten aber zum Beispiel die Stadtwerke Dillingen pauschal durch den größeren Zähler q3=4. Die Stadtwerke berufen sich auf eine Empfehlung des Verbandes DVGW. Dort heißt es aber, dass die Zähler abhängig von der Gesamtverbrauchsmenge und abhängig von der am häufigsten entnommenen Menge (zum Beispiel Kleinmengen) eingesetzt werden, nicht pauschal.  Rund 1600 Wasserzähler haben allein die Stadtwerke Dillingen 2010 in ihrem Versorgungsgebiet gegen offenbar überdimensionierte Geräte gewechselt, vermutlich nicht als einzige im Saarland.

Abweichungen von rund 15 Prozent haben nun aber auch Kunden mit dem alten Zähler Qn 2,5 in Dillingen, Saarlouis und Völklingen gemessen; Abweichungen von bis zu fünf Prozent sind zulässig. Eine Erklärung dafür haben die jeweiligen Versorger bislang nicht; den Kunden wurde lediglich angeboten, ihren Wasserzähler auszubauen und extern prüfen zu lassen. Diese Prüfung wird dem Kunden mit rund 150 Euro berechnet, sollte sich herausstellen, dass der Zähler nicht falsch zählt. Das zielt jedoch an dem eigentlichen Problem vorbei: Denn die Zähler messen ja richtig, aber eben nur, wenn sie richtig eingesetzt sind. Eine Erklärung könnte aber sein, dass auch diese Zähler bereits überdimensioniert waren. Messwiegereihen in den betroffenen Haushalten ergaben: Werden rund 20 Liter Wasser literweise aus der Leitung entnommen, zeigt der Zählerstand an, es seien 22 bis 23 Liter entnommen worden – eine Differenz von rund 15 Prozent. Je öfter kleinere (und haushaltsübliche) Mengen entnommen werden, desto größer der Fehler.

Eine Lösung könnte sein, die nächstkleinere Zählergröße (nach der alten Norm Qn 1,5, nach der neuen Norm q3=2,5) einzubauen, die dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Die einzige Möglichkeit, fast millilitergenau abzurechnen, ist übrigens ein Ringkolbenzähler. Aber dieser kostet den Versorger etwa doppelt so viel wie der übliche Flügelradzähler und wird deswegen kaum eingebaut.

Wer den Verdacht hat, dass der eigene Wasserzähler nicht der passende sein könnte, sollte sich an seinen Versorger wenden. Die Verbraucherzentrale Saarland rät Kunden, auf jeden Fall zu versuchen, Ansprüche geltend zu machen und zu viel gezahltes Geld zurückzufordern.


 

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