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Tauchte gesuchter Mafia-Killer im Saarland unter?

Saarbrücken. Hat der am späten Freitagabend in der Saarbrücker Innenstadt in einer Blitzaktion festgenommene Davide S. (34) Kontakte und Verbindungen ins Saarland? War der als angeblicher Mafia-Killer gesuchte Italiener möglicherweise hier untergetaucht? Hat er Helfer oder vielleicht ein Netzwerk? Oder war er nur auf der Durchreise, kam von Spanien über Paris nach Saarbrücken zu einem Treffpunkt mit seiner Frau? Antworten auf diese Fragen sucht seit dem Wochenende die Kriminalpolizei.

Die Ermittler waren wohl am Freitagabend selbst überrascht, als der von den italienischen Carabinieri gesuchte 34-Jährige kurz vor Mitternacht in der Trierer Straße in Höhe der Europa-Galerie auftauchte. Dort warteten in einem Auto seine Frau, ein Kind und sein Bruder. Angeblich kam S. zu Fuß vom Hauptbahnhof.

Wie es heißt, wollte er mit seinen Angehörigen in ein bereitstehendes Fahrzeug mit saarländischem Kennzeichen steigen. In diesem Moment schlugen die Beamten des alarmierten Kriminaldauerdienstes zu, überwältigten Davide S. und seine Begleiter „völlig unspektakulär“, wie es Polizeisprecher Georg Himbert formulierte. Der unbewaffnete Italiener leistete keinen Widerstand. Mittlerweile sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken.

Gerhard Zöcke von der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte gestern auf Anfrage, dass heute beim Oberlandesgericht Auslieferungshaft beantragt werde. S. hat seiner direkten Auslieferung an die italienische Justiz widersprochen.
Gegen ihn existiert ein europäischer Haftbefehl wegen Mordes, Entführung, Drogendelikten und Anschlägen. Er soll zwei Mitglieder eines anderen Mafia-Clans umgebracht haben.

Davide S. war, so italienische Medien, seit 2011 auf der Flucht. Er hielt sich wohl längere Zeit in Spanien auf und hatte von dort über einen verabredeten Code Kontakt zu seiner Frau. Die italienische Polizei kam dieser Verbindung auf die Spur. Zielfahnder observierten über längere Zeit die Frau und den Bruder des Gesuchten. Deren Reise führte von Süditalien (Kalabrien) durch Österreich, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ins Saarland.

Die Italiener stimmten ihre Verfolgung mit den jeweils zuständigen Landeskriminalämtern ab. Gegen 20.30 Uhr am Freitagabend ging in Saarbrücken telefonisch die Nachricht ein, dass die Route der Verfolgten ins Saarland führen werde. Als dann wenige Stunden später überraschend auch der gesuchte Mafiakiller in der Saarbrücker City auftauchte, klickten die Handschellen. Auf angeforderte Spezialeinsatzkräfte konnten die Fahnder nicht mehr warten. mju

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