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Taxifahren soll kundenfreundlicher werden

Saarbrücken. Taxifahren kann im Saarland kompliziert sein. Denn derzeit gibt es acht verschiedene Pflichtfahrgebiete für Taxis. , In diesen acht Gebieten – entsprechend der Landkreise und Mittelstädte – gelten für die ansässigen Taxis jeweils eigene Grundpreise. Das stiftet im täglichen Fahrgeschäft mitunter Verwirrung und schafft für Fahrgäste ärgerliche Situationen. Bei Hartwig Schmidt, Geschäftsführer vom Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland (LVS), gehen immer wieder Beschwerden von Fahrgästen ein: Es kommt öfter vor, dass Fahrgäste vom Ensheimer Flughafen nicht nach St. Ingbert gefahren werden“, sagt Schmidt. Der Grund, die Fahrt – ohne Verstoß gegen die Beförderungspflicht – abzulehnen: Das Ziel liegt in einem anderen Pflichtfahrbereich.

Der Saarbrücker Taxifahrer Carlos Groß übernimmt auch solche Fahrten, versteht aber Kollegen, die dies nicht tun: „Das ist freiwillig“, sagt er und erklärt „wenn man zwei bis vier Stunden wartet, erhofft man sich längere Fahrten“. Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist ein Taxiunternehmen aufgrund der Einteilung nur innerhalb seines Pflichtfahrbereiches verpflichtet einen Fahrgast zu befördern. Über diese Grenzen hinaus, seien es auch nur ein paar hundert Meter, besteht die Verpflichtung nicht mehr. Nimmt ein Taxifahrer die Fahrt an, darf er den Preis frei verhandeln. So kann für dieselbe Strecke durch die verschiedenen Pflichtfahrbereiche ein unterschiedlicher Preis zustande kommen. Diese Situation sei „unübersichtlich und kundenunfreundlich“ lautet Schmidts Urteil über die Regelung. Zudem: „Die Vereinheitlichung ist auch für die weitere touristische Erschließung des Nordsaarlands wichtig“. Deshalb will der Verband einen einheitlichen Pflichtfahrbereich für das gesamte Saarland. Eine Idee, die bei dem Saarbrücker Taxi-Unternehmers Wolfgang Ramm Zuspruch findet: „Ein einheitlicher Pflichtfahrbereich würde Klarheit und Rechtssicherheit schaffen“. Der Geschäftsführer rechnet nicht damit, dass sich der Verdienst seines Unternehmens ändern würde. „Aber das Tagesgeschäft würde für Kunden und Taxifahrer einfacher werden“, sagt Ramm. Auch Taxifahrer Carlos Groß wäre einverstanden, allerdings nur „wenn sich der Taxometerpreis von 1,60 Euro nicht ändert“. Heinz-Günther Schulz, Geschäftsführer bei Taxi Saarland, ist skeptischer, die Uneinigkeit der acht Landkreise und Städte sei für eine Vereinheitlichung zu groß: „Bei acht bringen Sie nicht mal fünf unter einen Hut.“

LVS-Verbandschef Hartwig Schmidt hat sich unterdessen an das Verkehrsministerium gewandt. Die Einteilung der Gebiete unterliegt der Landesregierung. Nur sie kann aus den acht Pflichtgebieten einen machen. Aus dem Ministerium heißt es auf SZ-Anfrage: „Wir wollen die Pflichtfahrbereiche nicht einfach so abschaffen“, erklärte Sprecherin Sabine Schorr. Zuerst gelte es, die Meinung der betroffenen Landkreise und Mittelstädte für einen Konsens einzuholen.

Auch Oliver Luksic, zu dieser Zeit noch FDP-Verkehrsexperte, inzwischen Parteichef, befürwortet ein einheitliches Pflichtfahrgebiet. Dem Bundestagsabgeordneten geht es um bessere Ausnutzung: „Das ermöglicht eine höhere Auslastung der Taxis. Das ist gut für Verbraucher und Umwelt“, teilte er Ende November mit. Die Antworten der Landkreise und Mittelstädte sind zu Monatsbeginn im Verkehrsministerium eingetroffen und werden momentan noch ausgewertet. „Die klare Mehrheit entscheidet dann“, sagt Schorr.

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