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Taxifahrer überfallen: War es versuchter Mord?

Saarbrücken. „Es tut mir leid. Ich wollte Ihnen nichts tun. Ich wollte nur das Geld.“ Mit Tränen in den Augen hat sich gestern vor dem Landgericht ein Angeklagter (26) bei einem seiner Opfer entschuldigt. Er hatte den Taxifahrer (60) im März 2010 mit einem Dolch angriffen und gebrüllt: „Gib mir dein Geld. Ich bringe dich um.“ Für den Oberstaatsanwalt ist dies ein versuchter schwerer Raub und vielleicht sogar ein versuchter Mord.

Das wäre die bislang schwerste Straftat auf dem langen Kerbholz des 26-Jährigen, der sich wegen fünf Überfällen verantworten muss. Mit auf der Anklagebank sitzt ein drei Jahre jüngerer Freund, der bei zwei Taten mitgemacht hatte. Beide sind schwer drogenabhängig. Dazu der Hauptangeklagte: Im zwölften Lebensjahr habe er angefangen mit Drogen. Erst Haschisch, dann Kokain, dann Heroin. Ein Teufelskreis. Dazu der Mitangeklagte: „Du brauchst jeden Tag mehr, jede Woche mehr, jeden Monat mehr. Immer mehr.“ Woher das Geld kam? „Aus Straftaten.“

Zum Opfer der beiden wurden ein Taxifahrer, den sie ausraubten, und eine Frau, der sie ein Handy gewaltsam wegnahmen. Die Drogen, die sie für die Beute bekamen, reichten bis zum Abend, vielleicht auch bis zum Morgen. In diesem Schwebe-Zustand war der 26-Jährige wohl auch, als er alleine den Taxifahrer anging: „Ich war noch im Rausch. Aber ich hatte keine Drogen mehr.“ Da sei die Angst vor dem Entzug gekommen.

Was dann kam, beschrieb der Taxifahrer so: Er habe am Ende der Fahrt angehalten und nach dem Geldbeutel gegriffen. Da habe er den Angeklagten gesehen, mit weit geöffneten Augen, verzerrtem Gesicht und dem Dolch in der Hand. Der Zeuge weiter: Er habe um sein Leben gekämpft. Er habe dem Angreifer den Dolch weggenommen, der sei geflohen. Seitdem, so der Taxifahrer, habe er immer Angst, sobald sich ein Gast plötzlich bewegt. Der Prozess wird fortgesetzt.
wi
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