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Teilzeit-Ausbildung im Saarland möglich

Homburg. Sie macht eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin und hat eine vierjährige Tochter. Damit Manuela Friedewald beides unter einen Hut bringt, haben die Alleinerziehende und ihr Ausbildungsbetrieb, die Bäckerei Gillen aus St. Wendel/Bliesen, sich auf eine Ausbildung in Teilzeit geeinigt. „Die Konstruktion mit 30 Stunden in der Woche war für uns kein Problem“, sagt Geschäftsführer Berthold Gillen. „Wir beschäftigen häufiger Teilzeitkräfte in Drei-Viertel Stellen.“

Der Familienbetrieb, den Gillen 1977 vom Vater übernahm, beschäftigt heute 470 Mitarbeiter am Produktionsstandort in Bliesen und in 55 eigenen Filialen im Saarland und in Rheinland-Pfalz. 72 Auszubildende lernen hier Bäcker, Fachverkäufer oder Bürokaufmann. Doch eine Teilzeitausbildung war auch für Berthold Gillen Neuland. Diese Möglichkeit wurde im Jahr 2005 eingeführt. Laut Paragraf acht des Berufsbildungsgesetzes steht sie allen offen, die ein Kind betreuen, ihre Eltern pflegen müssen oder selbst durch Krankheit so eingeschränkt sind, dass sie einen vollen Arbeitstag nicht ableisten können.

Für Manuela Friedewald war die Teilzeitausbildung die einzige Möglichkeit, „sonst hätte ich meine Ausbildung nicht zu Ende machen können.“ Denn die junge Frau hatte gerade das erste Lehrjahr als Bäckereifachverkäuferin hinter sich, als das Baby kam. Danach ging ihr Ausbildungsbetrieb in die Insolvenz. Erst bei der Stellensuche erhielt die gebürtige Zweibrückerin den Tipp, dass eine Ausbildung auch in Teilzeit möglich ist. Bei der Bäckerei Gillen habe man sie gleich herzlich aufgenommen, sagt Friedewald. „Ich will mein Geld selbst verdienen und meinem Kind ein Vorbild sein“, sagt sie.

Bei den Arbeitszeiten ist sie allerdings nicht so flexibel wie andere Azubis. In der Homburger Filiale übernimmt sie deshalb die Mittelschicht von neun bis 15 Uhr. Dann kann sie Tochter Nastasia in den Kindergarten bringen und auch wieder abholen. Wenn sie donnerstags früh zur Berufsschule muss springt die Oma ein. Größere Kinderkrankheiten seien zum Glück noch nicht vorgekommen, sagt Friedewald: „Aber wenn meine Mutter mich nicht so unterstützen würde, wäre es schwierig geworden.“

Auszubildende mit Teilzeitverträgen sind im Saarland fast ausschließlich junge Mütter. „Die Kinderbetreuung ist für sie in Vorstellungsgesprächen immer Thema“, sagt Claudia Wacket, Beauftragte für Chancengleichheit der Arbeitsagentur Saarbrücken. „Junge Mütter sollten sich auf diese Fragen vorbereiten und vorab regeln, wer im Notfall für das Kind da ist“, rät Wacket. An den Kindergarten durfte sich Tochter Nastasia allmählich gewöhnen, „Ich war die ersten drei Monate noch zu Hause und habe ihr langsam erklärt, dass ich bald arbeiten gehe.“ Bald wird Manuela ihrer Tochter auch vieles andere erklären, zum Beispiel wie ein Blätterteig entsteht. 
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