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Telefilm-Skandal vor Gericht

Der millionenschwere Betrugsskandal um die frühere SR-Produktionsfirma Telefilm Saar beschäftigt die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Auf der Anklagebank: Ex-Geschäftsführer Joachim S.

Saarbrücken. Der Fall hatte im Frühjahr 2007 für großes Aufsehen im Saarland gesorgt. Hinter den Kulissen der Telefilm Saar, einer Tochterfirma des Saarländischen Rundfunks (SR), spielte sich ein Wirtschaftskrimi um Manager und Millionen ab. Ex-Telefilm-Chef Joachim S. (60), der auch als Produzent von Krimis der ARD-Tatort-Reihe bekannt wurde, stand im Mittelpunkt des Skandals auf dem Saarbrücker Halberg.

Bilanzmanipulationen in Millionenhöhe und Urkundenfälschungen waren aufgeflogen. S. wurde fristlos gefeuert. Er saß auch für vier Wochen in Untersuchungshaft, kam nach einem umfassenden Geständnis schließlich wieder auf freien Fuß.

Zeichen deuten auf kurzen Prozess hin
An diesem Freitag soll sich jetzt die Große Strafkammer des Landgerichts Saarbrücken mit dem Skandal bei den Tatort-Krimi-Machern beschäftigen. Vieles spricht für einen kurzen Prozess und eine so genannte Verständigung der Beteiligten. Weder SR-Intendant Fritz Raff noch Verwaltungschef Norbert Holzer stehen bisher auf der Zeugenliste.

Geschätzte 20 Millionen Euro Schaden
Nach früheren Angaben des SR verursachte der Skandal um die mittlerweile aufgelöste Telefilm einen Schaden in der Preisklasse von rund 20 Millionen Euro. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist allerdings von einer konkreten Schadenshöhe nichts zu lesen. Offenbar gehen die Ermittler, wie wohl auch Verteidiger Guido Britz, davon aus, dass ein Großteil des mit Manipulationen und Tricksereien besorgten Geldes in die Firmenkassen floss, um die laufenden Geschäfte und Projekte zu finanzieren.

Insgesamt 23 Fälle listet die Staatsanwaltschaft in ihrer 20 Seiten starken Anklageschrift auf. Tatzeitraum: September 2003 bis Januar 2007. So soll Joachim S. sich etwa mehrere Millionendarlehen für die Telefilm bei einer saarländischen Bank mit gefälschten Bürgschaften der Werbefunk Saar (WFS) und des SR besorgt haben.

Dafür wurde unter anderem die Unterschrift von SR-Intendant Fritz Raff gefälscht. Zudem wird dem Ex-Filmmanager vorgeworfen, unter dem Vorwand, eine Fernseh-Serie „Männer wie wir“ zu produzieren, die allerdings von den ARD-Verantwortlichen abgelehnt worden war, Kredite erschlichen zu haben. Konkret wurde der geldgebenden Bank, so die Ermittlungen, für diese „Scheinproduktion“ ein gefälschter Produktionsvertrag mit der Firma Degeto über ein Volumen von 4,7 Millionen Euro präsentiert.

Geld für Filme, die es gar nicht gab
Bei den Banken hatte der Ex-Geschäftsführer offenbar leichtes Spiel. So fiel beispielsweise im Februar 2006 nicht auf, dass als Sicherheit für einen weiteren Kredit eine „selbstschuldnerische Bürgschaft“ der Werbefunk Saar GmbH ohne erforderlichen Beschluss des Verwaltungsrates ausgestellt wurde und nur von dem Angeklagten unterschrieben war. Auch die Wirtschaftsprüfer gingen ihm wohl auf den Leim. Gagenabrechnungen für eine Filmproduktion „Bank 1055“ , die es überhaupt nicht gab, fielen jedenfalls lange Zeit nicht auf.

Knapp 200.000 Euro aus der Firmenkasse, so die Anklage, soll Ex-Telefilm-Chef S. für eigene Zwecke ausgegeben haben. Diese Beträge wurden wohl zumindest teilweise als Gagen für einen früheren freien Mitarbeiter der Produktionsgesellschaft verbucht.


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