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Telefonbetrüger auch im Saarland aktiv

Saarbrücken. Tarnen, täuschen, abkassieren: Beschwerden über Abzocke und unlautere Machenschaften lassen die Telefone der Verbraucherzentrale des Saarlandes nahezu unablässig klingeln. Kostenfallen im Internet, ungewollt übers Telefon abgeschlossene Verträge und häufig wenig kundenfreundliche Angebote von Telekommunikationsunternehmen waren im vergangenen Jahr erneut Schwerpunkte der Verbraucherrechtsberatung. Das geht aus dem Jahresbericht 2011 der Verbraucherzentrale des Saarlandes hervor, die gestern der Presse vorgestellt wurde. Zwar bezeichnete Geschäftsführer Jürgen Zimper dabei die neue, gesetzliche Bestätigungspflicht für kostenpflichtige Internetangebote über einen „Button“ (deutsch: Knopf) als „großen Fortschritt für die Verbraucher“. Doch für Smartphone-Nutzer lauerten im Netz bereits neue Kostenfallen. So werde etwa beim Anklicken eines Werbebanners im Internet die SIM-Kartennummer des Smartphones übermittelt – was einige dieser Firmen dazu nutzen, kleinere Beträge stillschweigend über die Telefonrechnung abzubuchen.

Ebenfalls einen Fortschritt, aber noch keinen durchschlagenden Erfolg sieht Désirée Fuchs, Juristin der Verbraucherzentrale, im Kampf gegen Telefonbetrügereien. So habe der Gesetzgeber zwar inzwischen eine Unterdrückung der Rufnummer verboten. Doch die Belästigung und die Gefahr, Opfer einer Betrugsmasche zu werden, bleibe. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine gesetzlich vorgeschriebene, schriftliche Bestätigung für kostenpflichtige Vertragsabschlüsse am Telefon. So lange diese noch nicht umgesetzt ist, können sich Verbraucher immerhin über eine andere Neuerung freuen: Ab 1. September sind die ersten zwei Minuten einer Telefon-Warteschleife kostenfrei, ab 1. Juni 2013 auch die gesamte Dauer der Warteschleife. Das macht das Warten zwar nicht erquicklich, aber erschwinglich.

Alles andere als erschwinglich sind in den vergangenen Monaten die Energiepreise geworden. Weshalb entsprechende Beratungen der Verbraucherzentrale im Jahr 2011 (insgesamt 3600) um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben. Die hohen Energiekosten haben viele Haushalte „in die Armut gestürzt“, so die Verbraucherschützer. „Dies ist inzwischen kein individuelles Problem mehr, sondern ein weit verbreitetes Phänomen, das politisch gelöst werden muss“, fordert Wolfgang Krause, Vorsitzender der Verbraucherzentrale des Saarlandes.
Forderungen an die Politik formulieren die Verbraucherschützer auch mit Blick auf die Altenpflege. „Angesichts der demographischen Entwicklung wird die Pflegeberatung ein immer größeres Thema werden. Die Landesregierung wäre deshalb gut beraten, die Verbraucherzentrale mit zusätzlichen Ressourcen auszustatten, damit wir auch hier ein unabhängiges Beratungsangebot vorhalten können“, so Geschäftsführer Jürgen Zimper.

Insgesamt wandten sich im vorigen Jahr 69.413 Ratsuchende an die Verbraucherzentrale des Saarlandes. Gut 19.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Zudem registrierten die saarländischen Verbraucherschützer rund 850.000 Besucher auf ihren Internetseiten, fast 300.000 mehr als im Jahr 2010. Die meisten Einzelberatungen bezogen sich auf die Themen Markt und Recht, gefolgt von Fragen zu Finanzen, Schulden und Telekommunikation.

Die Verbraucherzentrale warnt: Smartphone-Besitzer werden immer häufiger zu Opfern von Betrügereien im Internet.

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