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Telefonseelsorge hat offenes Ohr für Menschen in Not

Niemand da, dem man sich anvertrauen kann. Kein Mensch in der Nähe, der Trost spendet in einer hoffnungslos scheinenden Situation. Jemand, der einem zuhört ohne Wenn und Aber. Oder doch? Wer zum Telefon oder Handy greift und die (08 00) 1 11 01 11 wählt, hat mit Sicherheit einen aufmerksamen Zuhörer. An jedem Tag in der Woche, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Es ist die kostenlose Nummer der Telefonseelsorge Saar. Die Anrufer bleiben anonym, aber auch die ehrenamtlichen Berater .

Wir sprachen mit einem langjährigen Berater aus dem Kreis Neunkirchen, nennen wir ihn Daniel, über seine Erfahrungen und seine Beweggründe, sich für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt zu entscheiden.

Einen Satz hat sich Daniel, der seit 30 Jahren der Telefonseelsorge treu ist, von Anfang an auf die Fahne geschrieben: „Ratschläge sind auch Schläge.“ Er wolle zuhören, mitfühlen, helfen. Eben offen sein für das Problem des Menschen. Seine Maxime für den Dienst am Telefon, der in der Regel fünf Stunden dauert. „Ich höre zu, und wenn es mir gelingt, dass der Anrufer für sich einen Weg aus der Krise findet, dann ist das Gespräch ideal verlaufen.“ Das gelingt nicht immer und oft auch nicht beim ersten Gespräch. Manche rufen über Monate oder gar Jahre immer wieder an, vertrauen der vertrauten Stimme, obwohl sie die Person dahinter im Zusammenhang mit der Telefonseelsorge nie zu Gesicht bekommen werden. Gerade jetzt zu Beginn des Jahres rufen viele alleinstehende Frauen an, erzählen von ihrer Angst vor dem Älterwerden . Das sind eher diffuse Ängste, mit denen die Telefonseelsorger konfrontiert werden. An die Nieren gehen Anrufe wie: „Mein Mann ist heute Morgen Frühstücksbrötchen kaufen gegangen. Er ist nicht nach Hause zurückgekommen. Tod – Herzinfarkt – er lag im Garten. Er war erst vier Wochen in Pension. Wir hatten noch so viel vor.“ Solche Schicksale gehen zu Herzen, dieser Anruf berührt auch nach Jahren die Seele. Wie hält man so etwas aus? fragen wir Daniel. „Wir werden sehr gut ausgebildet, regelmäßig geschult.“ Außerdem bestehe im Verbund die Möglichkeit, sich bei Bedarf kurz aus den Telefonaten auszuklinken, wenn ein Gespräch sehr intensiv verlaufen sei. Manches könne er auf dem Nachhauseweg loslassen. Manches, was in ihm angestoßen wurde, löse sich im Gespräch zu Hause auf. Der Rest werde in der Supervisionsgruppe besprochen.

Männliche Anrufer wollen konkrete Probleme im Beruf oder mit den Kindern besprechen, Frauen sind oft in allgemeiner depressiver Stimmung oder wollen ihre Trauer über den Verlust einer nahestehenden Person mit jemandem teilen. Auch Kinder und Jugendliche rufen an, vor ein paar Jahren noch sehr viel häufiger als heute im Zeitalter der geschriebenen Nachricht. Eine Beratung per E-Mail leistet die Telefonseelsorge übrigens auch. Seit fünf Jahren ist Daniel auch hier engagiert. Bereut hat es der 71-Jährige nach eigenen Worten nie, sich für diese anspruchsvolle Aufgabe entschieden zu haben. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft, man wird getragen davon.“ Und er werde noch gebraucht. „Das ist eine hohe Motivation für mich.“

Wer die Telefonseelsorge Saar finanziell unterstützen möchte, kann sich an den Freundes- und Förderkreis wenden. Ansprechpartner: Dietmar Girst, Telefon (06 81) 39 80 24, E-Mail an dietmar.girst@t-online.de.

 

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Evangelisch-Katholische Telefonseelsorge Saar sucht neue ehrenamtliche Beraterinnen und Berater für den Dienst am Telefon. Sie sollten Interesse haben, sich mit Menschen in besonderen Problemsituationen auseinanderzusetzen und bereit sein, etwa 12 bis 20 Stunden im Monat in diese Aufgabe einzubringen. Die Mitarbeiter werden dazu umfassend ausgebildet. Wer Interesse hat, kann sich formlos bei der Telefonseelsorge melden unter Tel. (06 81) 9 68 69 22 (Anrufbeantworter). telefonseelsorge-saar.de
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