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Telekom-Sparkurs: "Das zerstört ganze Familien"

Rund 200 Mitarbeiter des Saarbrücker Telekom-Centers protestierten am Freitag gegen die Schließungspläne der Konzernleitung.

Rund 200 Mitarbeiter des Saarbrücker Telekom-Centers protestierten am Freitag gegen die Schließungspläne der Konzernleitung.

Die Telekom will nämlich zwei Drittel ihrer 63 Call-Center bis spätestens Ende 2009 zumachen - darunter auch das Service-Zentrum in Saarbrücken. Bei der Demo sprechen Landespolitiker und Gewerkschafter den Beschäftigten mit markigen Worten Mut zu. CDU-Fraktionschef Jürgen Schreier kündigt an, dass Ministerpräsident Peter Müller in der kommenden Woche mit derTelekom-Spitze in einem Gespräch Tacheles reden will. Und er prangert an: Die Telekom habe nicht Wort gehalten, was den Standort angehe.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Pauluhn spricht derweil vom "Einsatz aller Parteien, auch auf Bundesebene". Eugen Roth, DGB-Chef im Saarland und SPD-Landtagsabgeordneter, verlangt, dass auf Kanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück eingewirkt werden soll.

Die Betroffenen klatschen Beifall, blasen in mitgebrachte Trillerpfeifen. Doch kaum einer scheint ernsthaft zu glauben, dass sich das Aus für das Call-Center noch abwenden lässt. Zu viele Einschnitte hat die Belegschaft hinnehmen müssen, unter anderem die Auslagerung in eine so genannte Servicegesellschaft, verbunden mit längeren Arbeitszeiten und weniger Gehalt. Vor zwei Jahren drohte schon einmal die Schließung.

Am Morgen hatte das Unternehmen die Belegschaft noch mit Bussen in ein Hotel bringen lassen, um ihnen dort die Schließungspläne zu erläutern: zu klein der Standort, eine nachteilige Randlage in Deutschland. Ersatzarbeitsplätze könne man in Ludwigshafen bekommen, hieß es. Für Michaela Gramsch (25) aus Forbach ist das keine Lösung: "Das zerstört ganze Familien." Wegen der Fahrerei sei man "13 bis 14 Stunden weg". Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird sie sich wohl nach einem anderen Job umschauen müssen.

Kurt Hau, Vize-Chef von ver.di Saar, setzt auf Kampf und Protest. Es soll bald eine Großdemonstration von den rund 900 Betroffenen aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz geben. Doch auch er verspricht lieber keine Erfolge: "Es wird ganz schwer werden." szn/up
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