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Telekom besiegelt Aus für Saarbrücker Callcenter

Insgesamt hat der Konzern vor, 39 Callcenter in ganz Deutschland zu schließen (siehe Hintergrund). In Saarbrücken wurde gestern schon gleich nach der Bekanntgabe, welche Standorte betroffen sind, heftiger Widerstand laut. So kündigte etwa der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (52, CDU) an, die Entscheidung des Bonner Konzerns nicht einfach hinzunehmen. Müller sagte, das Land wer den den geplanten Jobabbau im Saarland nicht akzeptieren (:: wir berichteten). Der Ministerpräsident forderte die Telekom auf, ihrer "strukturpolitischen Verantwortung“ gerecht zu werden und "alle Arbeitsplätze im Saarland zu erhalten“. Am kommenden Mittwoch soll in der Staatskanzlei ein Spitzentreffen mit Vertretern des Telekom -Vorstandes stattfinden.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (50, SPD) hatte bereits am Mittwoch angekündigt, sich schriftlich an Telekom-Chef René Obermann (45) zu wenden (:: wir berichteten). Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Pauluhn (45), fordert ein Spitzengespräch zwischen Müller und Bundeskanzlerin Angela Merkel (54, CDU). Die Telekom sei aus der ehemaligen Bundespost entstanden und die Bundesregierung immer noch Miteigentümer.

Laut Telekom -Vorstand Thomas Berlemann bekommt jeder der betroffenen Mitarbeiter ein Arbeitsplatz-Angebot. Es sei jedoch möglich, dass die Leute längere Fahrtwege zur Arbeit in Kauf nehmen müssten. Den 220 Betroffenen des Saarbrücker Standorts sollen Weiterbeschäftigungen in Ludwigshafen angeboten werden.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft ver.di , Kurt Hau, kann diesen Vorschlag nicht akzeptieren. Zahlreiche Beschäftigte im Saarbrücker Callcenter seien Frauen in Teilzeit. Ihre Bezahlung reiche schon wegen gestiegener Energiepreise nicht, um nach Ludwigshafen zu wechseln. Hau: "Die Maßnahmen der Telekom dienen nur zum Personalabbau.“ Als erster Schritt will ver.di mit den Beschäftigten heute um 11.30 Uhr vor dem Callcenter auf dem Eschberg eine Protestkundgebung organisieren.
szn/Caroline Biehl

Hintergrund


Telekom-Chef René Obermann(45) begründet die Schließung von 39 Callcentern damit, dass dadurch wettbewerbsfähigere Strukturen entstünden. Die 24 verbleibenden Standorte müssten mindestens 225, im Schnitt 700 Mitarbeiter haben, um wirtschaftlich zu sein. Für das Konzept würden 70 Millionen Euro investiert.

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