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Teppichleichen-Prozess: Pirmasenser (50) soll zehn Jahre hinter Gitter

Weil er im Streit um Schulden aus einem Drogengeschäft einen Mann getötet hat, ist ein 50-Jähriger in Zweibrücken zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht ordnete gestern außerdem an, dass der Angeklagte nach drei Jahren Gefängnis in einer Entzugsklinik untergebracht wird. Damit folgte das Gericht exakt den Anträgen von Staatsanwalt Felix Valentin. Gleichzeitig fand ein monatelanger Prozess, der als sogenannter Teppich-Leichen-Prozess bekanntgeworden war, sein Ende. „Ich nehme das Urteil an“, rief der Angeklagte in seinem Schlusswort in den voll besetzten Gerichtssaal.


Gleich zu Beginn der Urteilsbegründung musste die Vorsitzende mahnende Worte in den Zuhörerraum richten, da etwas Unruhe aufkam, als sie die Lebensumstände des Angeklagten schilderte.

Die Richterin fasste nochmals die Abläufe des Septembertages zusammen. An diesem Tag war es zu einer zufälligen Zusammenkunft zwischen dem Täter und dem Opfer auf dem Parkplatz des Netto-Marktes in der Teichstraße gekommen. „Ich war druff wie Harry“, hatte der Angeklagte in der Hauptverhandlung geschildert. Er hatte drei Tage kaum geschlafen, nur Alkohol getrunken und Drogen zu sich genommen. Da er seine Lebensgefährtin, die mit dem Zug unterwegs war, an diesem Tage nicht mit dem Handy erreichen konnte, baute sich eine Aggression auf, die sich letztendlich an dem 28-jährigen Opfer entlud. Der 50-jährige brachte sein Opfer in Zusammenhang mit einem Drogengeschäft, bei dem er sich durch einen Freund des 28-Jährigen reingelegt fühlte. Er nahm sein ahnungsloses Opfer mit in den Keller seines Wohnhauses in der Güterbahnhofstraße, fesselte und mißhandelte es durch Schläge mit einer Eisenstange auf den Kopf. Letztendlich erdrosselte er den körperlich unterlegenen Mann mit einem Schnürsenkel. Spätestens in dieser Phase der Geschehnisse habe der Angeklagte mit Tötungsabsicht gehandelt, bemerkte die Vorsitzende der Strafkammer.

Erneut Unruhe kam im Zuhörerraum auf, als die Richterin schilderte, dass der Angeklagte später in seine Wohnung gegangen sei und sich dort geäußert habe: „Der ist kaputt“. Mit einem Hausmitbewohner, der an der Tat nicht beteiligt war, wickelte er in der Nacht die Leiche in einen Teppich. Die beiden Männer legten den Verstorbenen auf dem Gehweg in der Güterbahnhofstraße ab, so dass er am frühen Morgen aufgefunden wurde. Das Gericht würdigte, dass der Angeklagte bislang wegen Gewaltdelikten noch nicht in Erscheinung getreten war und in der Verhandlung mehrfach bekundete, dass ihm sein Handeln leid täte. Andrerseits hob Richterin Susanne Thomas die besondere Brutalität hervor, mit der vorgegangen war. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Der Verteidiger hatte auf sieben Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert. Zudem solle sein Mandant in einer Entzugsklinik untergebracht werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein Gerichtssprecher sagte, die Therapiezeit werde mit zwei Jahren angesetzt. Danach habe der Mann fünf Jahre der Strafe verbüßt, zu diesem Zeitpunkt könne über eine Aussetzung der Strafe nachgedacht werden. Daher sei es sinnvoll, die Therapie ans Ende zu setzen.
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