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Testamentsvollstrecker soll Millionen-Erbe veruntreut haben

Symbolfoto.

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. Eigentlich wäre Sebastian Wolf ein wohlhabender Mann. Seine Eltern haben ihm ein millionenschweres Vermögen hinterlassen. Davon hat er aber bislang kaum etwas gesehen. Der 30-jährige Architekt sagt, der ehemalige Saarlouiser Anwalt Wolfgang S. (65) habe ihn um große Teile seines Erbes geprellt. Auch drei gemeinnützige Einrichtungen, denen seine im Juli 2003 verstorbene Mutter die Hälfte ihres auf mehrere Millionen Euro bezifferten Barvermögens vermacht hat, gingen wohl leer aus.

Wolfs Vater ist vor fast 14 Jahren gestorben. Ex-Anwalt S. war Testamentsvollstrecker. Zwei Jahre nach dem Vater stirbt Wolfs Mutter, die ihren Sohn Sebastian in einem handschriftlichen Testament zum Alleinerben bestimmt hatte, gleichzeitig aber verfügte, dass etwa die Hälfte des Vermögens zwischen einer „Hospizbewegung“, der Kindernothilfe und der Krebsforschung geteilt werden soll. Der Nachlasswert (einschließlich Immobilien) wurde angeblich auf über fünf Millionen Euro geschätzt. Die Mutter hatte den früheren Anwalt S. bis zum 30. Geburtstag ihres Sohnes zum Testamentsvollstrecker berufen. Der junge Erbe aus Dillingen wurde aber misstrauisch, weil er keine Nachweise sah, an welche sozialen Einrichtungen Geld geflossen ist und welche Summen sich der Verwalter für seine Bemühungen aus dem Erbe holte. Im Sommer 2009, sechs Jahre nach dem Tod der Mutter, erstattete Wolf Strafanzeige. Drei Jahre später, im Juli 2012, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen besonders schwerer gewerbsmäßiger Untreue in mehr als 70 Fällen gegen Ex-Anwalt S., dessen Amtsenthebung als Testamentsvollstrecker Erbe Wolf 2011 durchsetzen konnte. Landgericht und Oberlandesgericht stellten in Zivilverfahren gravierende Pflichtverletzungen des Verwalters fest. Er soll das Barvermögen des Nachlasses fast vollständig aufgebraucht haben, 1,6 Millionen davon angeblich in die eigene Tasche umgeleitet haben. Der Jurist wird auf eine Teilklage hin verurteilt, 1,1 Millionen Euro plus Zinsen zu zahlen. Erhalten hat Wolf keinen Cent, der Ex-Anwalt meldete 2014 Privatinsolvenz an. Schon Jahre zuvor soll er seinen Teil einer noblen Immobilie seiner Frau geschenkt haben. Seine Zulassung als Rechtsanwalt gab er zurück.

Mehr als drei Jahre nach der Erhebung der Anklage wird der spektakuläre Fall ab Montag nächster Woche vor der Strafkammer des Landgerichts verhandelt. Dem Ex-Anwalt droht eine Haftstrafe. Dafür, dass die Strafjustiz bummelte, wird in erster Linie der Staatsanwalt verantwortlich gemacht. Die Anklage musste nachgebessert werden.

In dem Prozess wird es hauptsächlich um eine dubiose Überweisung von 1,4 Millionen Euro an einen Belgier gehen. Damit will der Testamentsvollstrecker das Vermächtnis der Mutter erfüllt haben, ein Hospiz für sterbende Menschen, Kindernothilfe und Krebsforschung zu unterstützen. Er überwies das Geld angeblich an einen mysteriösen Belgier mit Spitznamen „Geregg“. Aus dem handschriftlichen Testament ergibt sich nicht ganz eindeutig, ob die Frau „Hospizbewegung“ – was ein Schriftexperte für wahrscheinlich hält – geschrieben hat, oder „Hospiz Geregg“. Einen „Geregg“, so versichert Wolf, kenne im Verwandten- und Freundeskreis seiner Mutter niemand. Was hat es mit „Geregg“, den der Ex-Anwalt gefunden haben will, auf sich? Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann nicht vernommen. Er soll zum Prozess als Zeuge geladen werden. Ex-Anwalt S. hatte sich vergebens dafür stark gemacht, dass der Belgier, der – wie es heißt – in eine luxuriöse Residenz investiert hat, keine Erbschaftssteuer zahlen muss. Eine halbe Million Euro soll der Fiskus kassiert haben. Die spannende Frage bleibt: Kommt „Geregg“? Und was sagt er? Journalisten von „Spiegel TV“ soll er erzählt haben, er habe das Geld an den Ex-Anwalt zurückgezahlt.
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