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Teurer: Brotpreise im Saarland steigen

Saarbrücken. Die Saarländer müssen sich wohl auf höhere Preise für Brot und Brötchen einstellen. Als Hauptgründe nennt der Landesinnungsmeister der Saar-Bäcker, Roland Schaefer, die gestiegenen Mehlpreise und die weltweite Getreideknappheit. Dem Bauernverband Saar zufolge hat hingegen die hiesige Ernte keinen Einfluss auf die Mehlpreise in unserer Region, auch wenn mit Einbußen zu rechnen sei. Wie Schaefer auf SZ-Anfrage mitteilte, stiegen im Saarland die Mehlpreise zwischen 16 und 18 Prozent. Nach seinen Schätzungen werde der Preis für ein Kilo Roggenmischbrot um zehn bis 20 Cent bis zum Herbst ansteigen. Zwischen 2,40 und 2,80 Euro koste in unserer Region ein solches Brot derzeit. Wer jetzt für ein Brötchen 50 Cent zahle, müsse mit einem Preisaufschlag von etwa fünf bis acht Cent rechnen, schätzt Schaefer. Er begründete die höheren Preise für Brot und Backwaren mit höheren Kosten für Löhne, Energie, Kraftstoff und Saaten. Wenn die Preise für Rohstoffe wie etwa Butter, Eier und Käse weiter hoch blieben, so werden bereits in den nächsten acht Wochen die Preise für Backwaren ansteigen, vermutet Schaefer, was auch andere Bäcker bestätigen. Schaefer betonte aber auch, dass jeder Bäckereibetrieb letztlich selbst entscheide, ob er die Preise erhöht. Nach Ansicht des Geschäftsführers des Bauernverbandes Saar, Hans Lauer, rechtfertigt eine schlechte Getreideernte allein keine Erhöhung der Brotpreise. „Der Getreidepreis macht nur einen Anteil von zwei bis fünf Prozent des Brotund Brötchenpreises aus“, erklärt Lauer. Weitaus mehr schlügen Lohn- Energie- und Werbekosten zu Buche.

Zugleich zeigt Lauer Verständnis, dass saarländische Bäcker die Preise für Backwaren voraussichtlich erhöhen. Trotz der nasskühlen Witterung rechnet die Interessenvertretung der saarländischen Landwirte mit erheblich weniger Ernteeinbußen als im Vorjahr. Demnach sollen dieses Jahr die Erträge bei der Wintergerste und beim Winterweizen leicht zurückgehen. Lauer schätzt, dass die Wintergerste- und Winterweizen-Erträge um zehn bis 15 Prozent niedriger liegen werden. „Frost und Nässe haben hierzulande den Winterweizen und die Wintergerste geschädigt“, erläutert Lauer.

Teile der Ernte seien dadurch kaputt gegangen. Der Präsident des Saar-Bauerverbandes und Landwirt in Saarwellingen- Reisbach, Klaus Fontaine, sagt allerdings, dass wegen des Frostes bis zu 50 Prozent seiner Wintergerste ausfiel. Fontaine pflügte die geschädigte Fläche um und säte Silomais aus. „Wir brauchen jetzt mindestens 14 Tage schönes Wetter, um die Ernte abschließen zu können“, sagt Fontaine. Erfreulicher sieht für die Landwirte die Situation beim Heu aus. Man rechne mit einem „sehr üppigen“ Ertrag, 30 Prozent mehr als im Vorjahr, sagt Lauer. Zudem geht der Bauernverband Saar von erheblich höheren Roggen-Erträgen als noch im Vorjahr aus. Das Ergebnis entspricht laut Lauer in etwa dem Schnitt der vergangenen Jahre.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Saar, Richard Schreiner, erwartet, dass die Erträge von Wintergerste, Winterweizen und Raps landesweit von Fläche zu Fläche stark schwanken. Je nach Sorte, Kultur und Feldlage rechnet Schreiner mit etwa 20 Prozent weniger Erträgen bei Wintergerste und Raps als im Vorjahr. Teils konnten Landwirte die Ausfälle, etwa mit Sommergerste und Sommerweizen wieder ausgleichen. „Wenn wir in den nächsten acht bis zehn Tagen die Ernte einfahren können, dann sind wir zufrieden“, sagt Schreiner.

HINTERGRUND

Für Backwaren muss man laut Bäckerinnung Saar, je nach Bundesland, unterschiedlich viel bezahlen. Ein Brot in Hamburg kostet im Schnitt mehr als eines in Bayern. In den östlichen Bundesländern liegen die Preise am niedrigsten. Das Saarland rangiert etwa im Mittelfeld. Hierzulande ist der Brotpreis etwa in Merzig niedriger als in Städten wie Völklingen oder Saarlouis. bera

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