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Thai-Massagen: Der neue Wellness-Trend im Saarland

Aus dem tragbaren CD-Player im Fenster klingt zarte Musik. Die Falttür der Kabine ganz vorne im Raum ist zugezogen. Der Duft von Tigerbalsam wabert durch den Raum. Seit gut einer halben Stunde wird dort eine Kundin massiert. Sie ist eine der ersten Kundinnen im neuen Thai-Massage-Studio von Arunsri Chatkaewwichai im Saarbrücker Birnengäßchen.

Erst vor ein paar Tagen hat die gebürtige Thailänderin den Laden eröffnet – es ist ihre zweite Filiale in Saarbrücken. Ein paar hundert Meter weiter betreibt sie seit sechs Jahren ebenfalls ein Studio für traditionelle thailändische Massage. Mit neun Mitarbeiterinnen in Teilzeit und bis zu 20 Kunden am Tag gehöre sie zu den großen Anbietern in der Region, erzählt Chatkaewwichai.

Die Konkurrenz ist zuletzt allerdings größer geworden, wie Stichproben ergeben. Dem Saarbrücker Gewerbeamt zufolge gibt es in der Landeshauptstadt aktuell zehn Thai-Massage-Anbieter, allein drei davon wurden seit Anfang 2012 angemeldet. In Homburg wurden aus zwei thailändischen Massagepraxen im gleichen Zeitraum vier, in Neunkirchen aus einem Studio zwei.

Über Gesamtzahlen verfügen weder die Statistikbehörden noch der Branchenverband, die Thai--Vereinigung Deutschland. Dass es aber in ganz Deutschland mehr Thai-Massage-Studios geworden sind, da ist sich Verbandssprecher Gerd Rothfuchs sicher. „Die Nachfrage ist gestiegen. Und viele Anbieter, die klein angefangen haben, sind mittlerweile mit mehreren Filialen am Markt“, begründet Rothfuchs das Plus.

Eine deutlich negativere Interpretation für den Zuwachs gab zuletzt der Deutsche Wellness-Verband und kritisierte, Thai-Massage-Anbieter wollten vor allem „vom anhaltenden Wellness-Boom profitieren“, ohne dabei viel Geld zu investieren. Dabei habe eine große Mehrheit der Thai-Masseure keine oder nur eine unzureichende Ausbildung.
Um solcher Probleme Herr zu werden, will die Thai-Spa-Vereinigung für Qualitätsstandards in der Branche sorgen. „Die Masseurin sollte eine entsprechende Ausbildung in Thailand oder in einem deutschen Institut gemacht haben und mindestens 250 bis 300 Stunden in einem solchen Zentrum gearbeitet haben“, fordert Rothfuchs. Kunden sollten im Laden auf entsprechende Ausbildungszertifikate achten, rät er.

Arunsri Chatkaewwichai hat ihre Ausbildung in Bangkok absolviert, wie sie erzählt. Drei Monate habe die Lehrzeit gedauert. „Am Anfang, ja“, da sei es schwer gewesen, erinnert sie sich. Heute gibt sie sich routiniert und erzählt, sie wolle gegen die Konkurrenz „mit Qualität überzeugen“. Es komme auf die Technik an, die „richtigen Punkte“ am Körper des Kunden zu drücken, um die Energie fließen zu lassen.

Den Energiefluss zu stimulieren, ist das Ziel der Thai-Massage, bei der der Kunde auf der Liege in der Regel bekleidet bleibt. Vor allem Akupressur, Dehnübungen und Yoga-Elemente sollen die Lebensenergie aktivieren. Auf Wunsch kommen auch Öle oder warme Kräuter zum Einsatz.

All dies sei aber „keine ärztliche Geschichte“, betont Rothfuchs, sondern „reine Wellness“. Bestimmte Personengruppen sollten die Thai-Massage sogar mit äußerster Vorsicht genießen. „Schwangere bis zum dritten, vierten Monat sollten darauf verzichten“, mahnt Rothfuchs. Menschen mit Bandscheibenproblemen oder akuten Krankheiten wie Diabetes sollten erst mit ihrem Arzt sprechen. Auch am Erfragen etwaiger Gebrechen erkenne der Kunde eine gute Thai-Masseurin, sagt Rothfuchs.

Ein weiteres Merkmal sei der Preis. „Wenn ich eine Thai-Massage für 20 Euro die Stunde bekomme, kann das nicht viel sein“, gibt der Verbandssprecher einen Richtwert vor. „Das ist einfach nicht kostendeckend.“ Bei einem zu billigen Anbieter sollten sich die Kunden daher lieber nicht auf die Pritsche legen.
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