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Theater-Streit: Ballett-Chefin Marguerite Donlon nimmt Stellung

Marguerite Donlon.

Marguerite Donlon.

Warum streben Sie eine eigene Tanz-Intendanz an?
Donlon: Mein oberstes Ziel ist es, das Ballett weiterzuentwickeln, nicht eine eigene Intendanz. Dafür habe ich ein Konzept vorgestellt, das durch die Etablierung der European Dance Company das Ballett einerseits als Sparte des Saarländischen Staatstheaters weiterführt und andererseits an wichtigen Positionen eine größere Eigenverantwortlichkeit des Balletts vorsieht.

Welche Vorteile sehen Sie in einer eigenständigen European Dance Company gegenüber der jetzigen Organisationsform?
Donlon: Für unsere Region würde sich eine in Europa einzigartige Ballettcompagnie entwickeln. Die European Dance Company könnte europäische Kooperationen eingehen und die beeindruckenden Förderstrukturen Europas nutzen – eine große Chance für das Saarland.

Wie kommen Sie zu der Annahme, dass dem Theater beziehungsweise dem Saarland nicht mehr Kosten erwachsen, wenn Sie 10,5 Stellen mehr fordern? Müssten dafür nicht bei anderen Sparten Stellen gestrichen werden?
Donlon: Die dem Ballett zur Verfügung stehenden Gelder (Ballett-Budget des SST plus der Einnahmen durch Kartenverkauf, Gastspiele, Sponsoring) werden mit europäischen Geldern kombiniert. Das von mir bei der Entwicklung vorgegebene Ziel, weder dem Saarland noch dem SST höhere Kosten aufzubürden, kann erreicht werden. Die anderen Sparten werden von den Plänen nicht berührt.

Warum haben Sie in einer Pressemitteilung behauptet, dass Sie keine strukturellen Veränderungen des Staatstheaters anstreben? Ihr Papier belegt das Gegenteil.
Donlon: Ich bin von der großen Kraft eines Mehrspartenhauses überzeugt; diese Struktur möchte ich nicht verändern. Dieses habe ich in meiner persönlichen Stellungnahme betont. Alternative Betriebsmodelle aber zeigen, dass selbstständig agierende Sparten unter dem Dach eines Hauses sehr erfolgreich sind. Das liegt an den unterschiedlichen Notwendigkeiten, die in Orchester, Oper, Schauspiel und Tanz herrschen.

Hatten Sie Ihre Chefin vorab in Ihre Überlegungen eingebunden? Falls nein, warum nicht?
Donlon: Die Idee einer Europäischen Company, die weit in die Zukunft reicht, ist ein Entwurf, der auf kulturpolitischer Ebene entschieden werden muss.

Könnten Sie sich vorstellen, die Company auch andernorts zu gründen?
Donlon: Europa ist groß, aber ich möchte es im Herzen Europas, im Saarland, verwirklichen.

Haben Sie Ihr Company-Konzept bereits in anderen Städten oder anderen Institutionen in der Großregion vorgestellt?
Donlon: Nein, aber es gibt immer Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

Warum haben Sie das Gespräch mit Kultusminister Ulrich Commerçon im Ministerium abgebrochen?
Donlon: Eine Vertagung erschien mir zum gegebenen Zeitpunkt sinnvoll.

Empfanden Sie das Hinzuziehen von Dagmar Schlingmann seitens des Ministers zum Gespräch als Vertrauensbruch?
Donlon: Es gab wohl einen Kommunikationsfehler. Das kann passieren.

Manche werfen Ihnen vor, Sie benähmen sich divenhaft?
Donlon: Ich bin Künstlerin durch und durch, und bemühe mich täglich mit meinem Team um die beste Qualität auf der Bühne, um die beste Kommunikation mit unserem großartigen Publikum und um hochprofessionelle Arbeit in der Verwaltung. Dafür bin ich hier. Wenn manche das divenhaft nennen, ist das ok.

Frau Schlingmann sieht in Ihrem Vorgehen einen Loyalitätsbruch. Was sagen Sie dazu?
Donlon: Diese Diskussion gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Fühlen Sie sich von der Intendantin blockiert?
Donlon: Diese Diskussion gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Wie würden Sie das Arbeitsklima zwischen Ihnen und Frau Schlingmann beschreiben?
Donlon: Diese Diskussion gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Wie bewerten Sie die Chancen, dass man Ihnen die Verlängerung Ihres Vertrages anbietet?
Donlon: Die Chancen kann ich nicht beurteilen.

Haben Sie Interesse, über 2014/2015 hinaus am SST zu bleiben, auch wenn Sie weiterhin „nur“ Ballettdirektorin bleiben?
Donlon: Es geht hier nicht um meinen Titel, es geht um die Notwendigkeit, das Ballett weiter zu entwickeln. Grundsätzlich würde ich mich über weitere Gespräche sehr freuen.

Haben Sie Angebote von andernorts? Welche?
Donlon: Das ist hier nicht der Rahmen, darüber zu sprechen.

Hintergrund
Die FDP-Saar unterstützt die Gründung einer eigenständigen European Dance Company und fordert den Kulturminister zur Umsetzung der Idee auf. Die kulturpolitische Sprecherin Petra Meiser befürwortet eine „angemessene Erweiterung des Personalbestandes“ (Tänzer/Verwaltung). Gegebenenfalls müsse das Land „über neue Finanzierungsmöglichkeiten“ nachdenken, um das SST wie auch die Company zu unterstützen, so Meiser. Ulrich Commerçon müsse in Gespräche mit Donlon wie auch mit den SST-Verantwortlichen einsteigen. red

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