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Tierheimen droht die Insolvenz

Symbolfoto

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Der Kampf gegen Tierversuche und Wildtiere im Zirkus, der Einsatz für die artgerechte Haltung von Nutztieren, für eine Kennzeichnungspflicht für Hunde und Katzen sowie für die Kastration freilaufender Katzen : „ Tierschutz ist ein Fass ohne Boden. Es gibt sehr viel zu tun“, sagte der Tierarzt Hans-Friedrich Willimzik, als er im Februar 2014 das Ehrenamt als erster saarländischer Tierschutzbeauftragter antrat. Seitdem ist der 65-Jährige Ansprechpartner Nummer eins für Verbände und Politik, für die Medien und die Bevölkerung. Gerade hat er seinen zweiten Tätigkeitsbericht für den Zeitraum Mai 2015 bis April 2016 vorgelegt. 15 500 Kilometer hat er in diesem Zeitraum im Dienst der Tiere zurückgelegt, Fortbildungen und Diskussionsveranstaltungen besucht, als Mediator gewirkt oder bei Politikern für die Ziele der Tierschützer geworben. Noch immer gebe es „dicke Bretter zu bohren“. So lässt die vom Landtag im August 2014 beschlossene Bundesratsinitiative für die Kennzeichnungspflicht von Hunden und Katzen noch auf sich warten. Dennoch habe in den vergangenen zwölf Monaten „der Zug ‚ Tierschutz ' an Fahrt aufgenommen“, resümiert Willimzik in seinem Bericht. So sei erstmalig der saarländische Jugend-Tierschutzpreis verliehen worden und die neue Wildvogel-Auffangstation in Püttlingen habe ihren Betrieb aufgenommen. Auch medial stoße das Thema „ Tierschutz “ auf breiteres Interesse.

 

„Dramatisch verschlechtert“ habe sich hingegen die finanzielle Lage der Tierheime in Homburg und Niederlinxweiler. „Wenn nicht im Laufe dieses Sommers eine konkrete und langfristige Finanzierung für beide Tierheime beschlossen wird, droht die Gefahr einer Insolvenz“, warnt der Tierschutzbeauftragte. Die Kommunen hätten den Auftrag, Fundtiere unterzubringen – müsse die öffentliche Hand die Tierheime selber betreiben, würden sich die Kosten verdoppeln. Willimzik verweist auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der eine finanzielle Entlastung der Tierheime vorsieht. „Heute, 16 Monate vor den Bundestagswahlen, ist davon leider noch überhaupt nichts umgesetzt“, kritisiert er.

 

Im Bereich Fischerei und Angeln müsse dem Tierschutz ein höherer Stellenwert zukommen. „Auch Fische empfinden Schmerzen“, schreibt Willimzik und geht kritisch mit dem Sport angeln ins Gericht. „Solche Veranstaltungen sind in keiner Form durch unser Grundgesetz oder durch das Tierschutzgesetz zu rechtfertigen.“ Ein vernünftiger Grund für Fischerei sei nach heutiger Rechtsauffassung die Nahrungsgewinnung, beim Sport angeln stehe jedoch der Wettkampfgedanke im Vordergrund. Er appelliert an die saarländischen Tierschützer , sich aktiv bei der bevorstehenden Änderung des Fischereigesetzes mit einzubringen.

 

Mit Blick auf den Landtagswahlkampf wünscht sich der Tiermediziner, dass der Tierschutz sich stärker in den Wahlprogrammen der Parteien widerspiegelt. Er empfiehlt der Landesregierung, für die nächste Legislaturperiode ein nachhaltiges Tierschutzkonzept zu entwickeln, das die Aufgaben und Ziele für die Wahlperiode auflistet. Auch sei eine einheitliche Verordnung zum Umgang mit Fundtieren und verletzten Wildtieren notwendig. Ebenfalls benötigt werde eine Auffangstation für exotische Tiere.

 

Hans-Friedrich Willimzik appelliert an die Verbände der Nutztierhalter in der Landwirtschaft, sich konstruktiv mit den Problemen unter anderem bei der Milchviehwirtschaft auseinanderzusetzen. „Aus dem Saarland hat es zwei Fälle im letzten Jahr gegeben, wo hoch tragende Rinder der Schlachtung zugeführt wurden“, schreibt der Tierarzt. Einzelheiten, warum dies geschehen ist, seien nicht bekannt.

 

Informationen gibt es auch auf der neuen Internetseite

 

www.saarland-tierschutz.de

 

 
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