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Tierquälerei? Saarwellingerin entsetzt über angebundenen Esel

  Mit einem kurzen Strick an einen Baum gebunden steht er da: ein Esel auf einer eingezäunten Wiese in Saarwellingen. Im Baum hängt ein Futtersack. Kein Wasser. Auf dem Grundstück leben auch sechs Gänse, vier davon Jungtiere. Der Boden einer blauen Sandmuschel für Kinder ist mit schmutzigem, zugekotetem Wasser gerade so bedeckt. Ein Gänschen möchte baden, dafür reicht es nicht. Es trinkt von der Dreckbrühe. Eine erwachsene Gans kann nicht gehen, rutscht nur auf dem Bauch.

Eine Saarwellingerin hatte uns auf die Tiere aufmerksam gemacht. Ihr Name ist uns bekannt, veröffentlichen möchte sie ihn nicht. „Jeden Tag ist der Esel angebunden, ohne Bewegungsfreiheit“, schrieb sie uns und schickte Fotos von verschiedenen Tagen. Immer steht der Esel kurz angebunden und ohne Wasser. Vor Ort bietet sich der SZ an zwei Tagen dieselbe Szene: Der Esel ist angebunden. Das ist verboten. Am Dienstag warteten wir 40 Minuten auf den Halter. Ist er in dem Bauwagen auf der Wiese? Er reagiert nicht auf Rufen. Wir hinterlassen einen Zettel mit der Bitte um einen Anruf. Bislang warten wir vergebens.

Die Frau, die uns informierte, ist verzweifelt: „Ich habe die Anbinderei bei der Polizei angezeigt, war mehrfach im Rathaus, habe die Tierschutzbehörde informiert; es gibt keine Änderungen.“ Die erste Reaktion auf eine offizielle SZ-Anfrage: „Die Eselhaltung wurde zweimalig durch eine Tierärztin der Regionalstelle West der Tierschutzbehörde überprüft, im Juni 2012 und im Mai 2013. Es gab keinen Grund zur Beanstandung“, teilt uns Sabine Schorr, Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, mit. Beide Male sei der Esel gut im nahen Reitstall untergebracht gewesen.

Nach unseren Besuchen vor Ort und erneuter Anfrage beim Ministerium gibt es wieder Kontrollen: drei an zwei Tagen, letztmals gestern. Drei Mal ist der Esel angebunden. Drei Mal ignoriert der Halter die Aufforderung, ihn loszubinden. Schorr: „Es folgt eine schriftliche Anordnung, den Esel bis Ende der Woche loszubinden.“

Das Seil durchschneiden oder den Esel woanders unterbringen könne die Tierschutzbehörde nicht: „Es ist keine Gefahr im Verzug. Der Esel ist gesund.“ Er bekomme also genug Wasser. Der Esel-Halter habe auf ein Schlupfloch im Zaun verwiesen, durch das der Esel abhauen könne. „Daraufhin hatte unsere Veterinärin gestern Zaunstücke und Werkzeug dabei. Der Esel-Halter lehnte die Hilfe ab“, sagt Schorr. Und weiter: „Was natürlich auch nicht geht, ist die Einzelhaltung. Das ist zwar hier zweitrangig, aber der Esel braucht Gesellschaft, zumindest in der Nähe.“

Bei den Gänsen sieht die Behörde eigener Auskunft nach keinen Handlungsbedarf. Die Verletzung der einen Gans stamme „von einem Problem mit einem Fuchs“. Die Gans laufe, „bloß nicht ganz richtig“. Das beurteilt der Verein Wildtier- und Artenschutz (Witas), der auch vor Ort war, anders. Witas-Vorstandsmitglied Manuela Schill will daher laut Verein eine Diensta

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