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Tierschützer beklagt Zustände auf Güdinger Weide

Die Ziege liegt tot im Matsch einer Güdinger Weide. Tierschützer Edgar Hepper geht das Bild von dem im Schlamm verendeten Tier nicht aus dem Kopf. Deswegen wandte er sich an die Saarbrücker Zeitung. Hepper spricht von einer „über viele Jahre bestehenden Tierhaltung, die alle Forderungen nicht oder zum Teil nur mangelhaft erfüllt“. Und er wirft den Amtstierärzten „mangelhafte Dienstausübung“ vor.

Aber auch der Mann, dem diese Ziege gehörte, kann den Anblick des Kadavers nicht vergessen. Als er über das Tier spricht, schimmern Tränen in seinen Augen. „Sie war mein Leittier und mit fünfzehneinhalb Jahren hoch betagt. Ich zog sie mit der Flasche groß. Ich ließ sie wegen ihrer Alterskrankheiten tierärztlich behandeln“, sagt der Saarbrücker, der anonym bleiben möchte. „Ich halte 16 Ziegen und weiß, was sie brauchen. Aber mir wird unterstellt, dass ich ein Tierquäler bin. Das ist eine Gemeinheit“, sagt er. Der Matsch sei nicht Folge schlechter Tierhaltung, sondern das Ergebnis des wochenlangen Regens. „Was wollen Sie denn dagegen tun?“, fragt er.

Kritiker zeigt Behörden an Genug getan haben nach ihrer Ansicht die Amtstierärzte vom Landesamt für Verbraucherschutz. Sabine Schorr, die Sprecherin des Umweltministeriums, fasst zusammen, was die Behörde bisher unternahm. Es habe durchschnittlich zwei bis drei Kontrollen im Jahr gegeben. Eindruck: „Der Ernährungszustand der Ziegen ist rassetypisch zufriedenstellend.“

Und der Matsch? „Die Tierhaltung liegt an einem stark frequentieren Spazierweg. Die Ziegen erwarten Futter und halten sich deshalb bevorzugt am Zaun und im ersten Drittel der Weidefläche auf. Hierdurch sowie durch die anhaltenden Regenfälle ist sie verschlammt.“ Der Stall sei groß genug und schütze die Tiere ausreichend bei schlechtem Wetter. Zumindest das war nicht immer so, wie eine Liste der Anordnungen zeigt. Darin steht unter 2012: „Herrichtung und Instandhaltung des Witterungsschutzes für die Ziegen. Die Auflagen wurden innerhalb der gesetzten Frist erfüllt.“ Im Januar 2014 gab es unter anderem folgende Vorgaben: „Sicherung des Zauns (z.B. Verletzungsgefahr) und regelmäßige Klauenkontrolle.“

Der triste Eindruck, den das Gelände auf Kritiker wie Hepper macht, lässt Schorr zufolge nicht auf Versäumnisse zu Lasten der Tiere schließen. Wo Tiere draußen seien und sich Oberflächenwasser staue, da bilde sich nun einmal Morast. „Entscheidend für das Tierwohl ist, dass den Ziegen bei fortgesetztem Auslauf auf diesen Flächen eine trockene Liegefläche angeboten wird.“ Maßgeblich seien die „arttypischen Bedürfnisse der Ziegen“, nicht der menschliche Eindruck, sagt Schorr.

Ihr Resümee: „Die Haltung genügt den gesetzlich festgelegten Mindestanforderungen. Der Tierhalter hat alle ihm auferlegten Maßnahmen fristgerecht und in vollem Umfang erfüllt. Die Haltung wurde und wird regelmäßig tierschutzrechtlich überprüft.“ Schorr sieht denn auch keine Spur von „Untätigkeit oder pflichtwidrigem Nichteinschreiten der Amtstierärzte“.

Deren Kritiker Edgar Hepper überzeugt das nicht. Er will die verantwortlichen Behörden anzeigen. „Sie haben es zu verantworten, dass Tiere über einen Zeitraum von mindestens sechs Jahren leiden mussten. Und dieses Leid war vermeidbar.


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