L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Tierschützer klagen über Katzenschwemme

Saarbrücken. Sie hausen in Parks, im Wald, in Kleingärten. Sie bringen ihre Jungen in leeren Häusern oder auf Industriebrachen zur Welt. Hungrig und krank streunt eine wachsende Katzenschar durch Saarbrücken. „Wir haben mittlerweile spanische Verhältnisse“, stellt Barbara Best fest. Sie ist eine der Katzenbetreuerinnen des Bertha-Bruch-Tierheims.

Mit weiteren vier Kollegen kämpft Best gegen das wachsende Elend der Fundtiere. „50 bis 60 Tier leben am Tabaksweiher“, weiß sie, „ebenso an der Goldenen Bremm und etlichen anderen Plätzen.“ Martina Sassone, die eine Katzen-Pflegestelle für den Verein Tiere in Not Saar auf dem Heidstock betreut, schätzt, dass „allein auf unserem Straßenabschnitt 20 wilde Katzen leben“. „Es ist schlimm“, klagt Barbara Best. 90 Katzen und 50 Babys betreut ihr Team derzeit.

Alle zehn Pflegestellen des Tierheims sind belegt. „Und dort können wir die halbwilden Katzen ohnehin nicht aufehmen.“ Die Mutterkatzen könne man weder domestizieren noch vermitteln. Außerdem könnten sie wie die Welpen Krankheiten wie den gefürchteten Katzenschnupfen weitergeben. „Katzen werden rausgeworfen, wenn sie stören, dann gefüttert, haben Nachwuchs. Und dann kümmert sich niemand mehr,“ sagt Best bitter.

Hinweise auf Katzen in Not nimmt Barbara Best unter Telefon 0176 22 97 99 27 entgegen.

Meinung: Verantwortung ist gefragt


Die Katze hat als beliebtestes Haustier der Deutschen den Hund abgehängt. Aber jene scheinbare Unabhängigkeit, die Katzenfans so schätzen, führt dazu, dass viele sich ihrer Tiere leichten Herzens entledigen. Vermeintliche Tierfreunde brüsten sich dann damit, verwilderte Krallenträger durchzufüttern. Geht es um die Frage, wer für Kastration und Sterilisation aufkommt, bleiben sie aber die Antwort schuldig. Um die Plage einzudämmen, müssen Katzen kastriert werden. Hier ist ein Umdenken all jener Gleichgültigen nötig, die nur zum Telefonhörer greifen müssen, um einen Verein oder das Tierheim anzurufen und um Hilfe zu bitten.

Die Stadt Paderborn ging vor zwei Jahren einen radikalen Weg: Dort muss jeder Katzenhalter mit einer Geldbuße rechnen, der seinem Tier Freigang gewährt, ohne es vorher kastrieren zu lassen. Richtig! 
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