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Tierversuche: Saarland braucht pro Jahr 19.000 "Versuchskaninchen"

Tierversuche gibt es auch im Saarland: an der Homburger Uni-Klinik und in einem Saarbrücker Pharma-Unternehmen. Die Zahl der Versuche steigt seit Jahren deutlich an. Besonders gefragt sind Mäuse.

Tierversuche gibt es auch im Saarland: an der Homburger Uni-Klinik und in einem Saarbrücker Pharma-Unternehmen. Die Zahl der Versuche steigt seit Jahren deutlich an. Besonders gefragt sind Mäuse.

Saarbrücken. Die Zahl der Tierversuche im Saarland ist in den vergangenen Jahren wie auch bundesweit deutlich gestiegen. Während die behördliche Statistik für das Jahr 2002 noch 4862 Versuchstiere verzeichnete, waren es im Jahr 2008 bereits 19 103. Getestet wurde überwiegend an Mäusen (15 462), Ratten (2994), Meerschweinchen (274), Hamstern (201), Kaninchen (87) und Schweinen (77). Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Abgeordneten Ralf Georgi von Januar 2010 hervorgeht, führen im Saarland die Universitätskliniken in Homburg und das Saarbrücker Unternehmen Pharmacelsus Tierversuche durch. Pharmacelsus erledigt im Auftrag von Pharma-Unternehmen Laborarbeiten für die Arzneimittel-Entwicklung.

Keine  Hunde und Katzen

Der Schwerpunkt der Tierversuche im Saarland liegt nach Angaben der Landesregierung auf der experimentellen Chirurgie und der pharmazeutischen Forschung. Mit Hunden und Katzen wird nach den Worten des Dekans der Medizinischen Fakultät an der Saar-Uni, Professor Michael Menger, seit über 15 Jahren nicht mehr experimentiert, an Primaten sei noch nie getestet worden.

Neue chirurgische Techniken erforschen

Der starke Anstieg der Versuchszahlen trifft in erster Linie Mäuse. Sie gelten in der Forschung als besonders interessant, weil sie mit gentechnologischen Veränderungen gezüchtet werden können – die Eliminierung eines bestimmten Moleküls erlaubt es Forschern dann beispielsweise, Rückschlüsse auf den exakten Mechanismus einer Erkrankung zu ziehen. Größere Tiere wie Schweine sind nach Mengers Angaben notwendig, um neue chirurgische Techniken zu erforschen. Die Tiere stammen in der Regel von lizenzierten Züchtern und werden nach abgeschlossenen Versuchsreihen getötet, um das Gewebe untersuchen zu können.

Beschränkung auf das medizinisch Unverzichtbare

Menger verteidigte die Tierversuche: Tiere kämen nur dann zum Einsatz, wenn andere Experimente nicht mehr ausreichten. Tierversuche bedürfen einer behördlichen Genehmigung; in dem Verfahren muss unter anderem nachgewiesen werden, dass es sich nicht um einen Wiederholungsversuch handelt. „Tierversuche bleiben auf das medizinisch Unverzichtbare beschränkt“, schreibt die Landesregierung. kir

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