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Timo Bernhard startet bei der Saarland-Rallye

  Dillingen. Im Hintergrund rattern die Schlagschrauber. Mit Hochdruck arbeiten Porsche-Werkspilot Timo Bernhard, Vater Rüdiger und Beifahrer Marco Glasen an ihrem Rallye-Auto. Letzte Vorbereitungen vor dem Start bei der Saarland-Rallye, bei der Bernhard mit einem privaten Golf antreten wird. „Das ist schon eine andere Welt“, grinst Bernhard. Bei Porsche kümmert sich ein großes Team um jede Kleinigkeit, baut das Rennauto auf, liest dem 28-Jährigen jeden Wunsch von den Lippen ab. Hier muss Bernhard selbst anpacken. Und das macht ihm Spaß. „Lieber Golf fahren als Golf spielen“, grinst Bernhard. Sein Auto ist ein ehemaliger Werkswagen, Bernhard hat ihn 2007 in Österreich gekauft. Vater Rüdiger, von Beruf Alarmanlagen-Techniker und selbst auch Hobby-Rennfahrer, kümmert sich um Motor und Elektronik, Sohn Timo um die Abstimmung.

Le Mans, Daytona, Montreal. Normalerweise ist Bernhard auf den großen Rundstrecken der Welt zu Hause. Jetzt heißt es Losheim, Dillingen, Merzig. Doch auf die Rallye in der Heimat freut er sich. „Motorsport ist bei uns ein Teil der Familie“, erzählt Bernhard. „Bei den Grand-Am-Rennen für Porsche in Amerika bin ich aber meistens allein. Da sind die Rallyes hier eine Art Familienausflug.“ Und sie sind zudem Training und Fortbildung: „Bei Rallyes muss man sich immer auf wechselnde Strecken- und Witterungsbedingungen einstellen und man muss sich schnell die Strecken einprägen. Das schärft die Sinne und nutzt einem auch auf der Rundstrecke.“

Mit Tempo 180 über Feldwege, mit allen vier Rädern in der Luft, im Drift an Bäumen vorbei – Rallye-Piloten sind gnadenlos. Über ihre Rundstrecken-Kollegen lästern sie gern mal: „Wenn Euch das Im-Kreis-Fahren zu langweilig wird, dann könnt Ihr ja zu uns kommen.“ Bernhard lacht: „Ja, solche Sprüche habe ich auch schon gehört. Aber mit einem Porsche 911 GT3 nachts bei Wind und Wetter über die Nordschleife zu rasen, ist alles andere als öde. Und mit einem Audi R 15 mit Tempo 300 in Le Mans zu fahren, ist auch nicht langweilig. Schon allein die Fliehkräfte sind ein Wahnsinn.“ Bernhards Fazit: „Die Rundstrecke ist nicht anspruchsloser, aber anders.“ Und das Rallye-Auto immer noch Neuland. „Ich bin den Golf jetzt quasi fünf Monate nicht gefahren“, erklärt Bernhard. „Eine Testrallye am Samstag war nach Wertungsprüfung eins zu Ende – ein Problem mit dem Kühlerschlauch.“ Was bleibt zur Vorbereitung, ist die Besichtigung der Strecke – und der Computer. „Auf youtube habe ich mir ein paar Inboard-Aufnahmen aus den letzten Jahren angesehen.“
 
Und sein Ziel für die Saarland-Rallye? Timo lacht: „Das Ziel ist das Ziel. Natürlich fahre ich bei Rallyes auf einem anderen Niveau als auf der Rundstrecke. Das eine ist Beruf, das andere Spaß. Bei den Rallyes muss ich ja die Teile, die ich kaputt mache, auch bezahlen.“ Peter Wilhelm 
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