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Timo Boll besiegt Chinesen Ma Long

Saarbrücken. In der ausverkauften Halle sahen sie spektakuläre Ballwechsel und am Ende auch den Publikumsliebling Timo Boll als Sieger. Die deutsche Nummer eins bezwang im Finale den Weltranglisten-Dritten Ma Long aus China in fünf Sätzen. Beide zeigten Tischtennis auf höchstem Niveau. Schnell, präzise, taktisch klug. Nur hatte Boll den längeren Atem und produzierte kaum noch Fehler, worauf der zurzeit wohl stärkste Chinese keine Antwort mehr wusste.

An Bolls emotionaler Reaktion nach dem verwandelten Matchball war abzulesen, wie wichtig ihm dieser Sieg war. Boll: „Man bekommt nicht oft die Chance, gegen die Top-Chinesen zu spielen. Wenn man es dann noch schafft, gegen einen zu gewinnen, dann freut einen das natürlich umso mehr.“ Sein Erfolg brachte ihm einen Siegercheck über 12 000 Euro ein. Dass es den Veranstaltern erstmals gelang, einen der chinesischen Top-Spieler zu verpflichten, bewertete Boll äußerst positiv. Der Sieger: „Das wertet das Turnier noch mehr auf. Da sage ich dann gerne ein Turnier auf der Pro-Tour ab, um nach Saarbrücken zu kommen.“

Mit den Halbfinalgegnern der beiden war im Vorfeld so nicht zu rechnen. Patrick Baum (21) vom Bundesliga-Spitzenreiter Frickenhausen/Würzburg setzte sich gegen die weit vor ihm platzierten Jörgen Persson (Schweden) und Werner Schlager (Österreich) durch. Fast wäre ihm auch im Halbfinale die Sensation gegen Ma Long geglückt. 9:9 stand es im fünften Satz, ehe zwei Netzroller den Ausschlag für den Chinesen gaben. Baum: „Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich so nahe dran war. Aber insgesamt bin ich schon sehr zufrieden. Ich war bis jetzt jedes Mal dabei, habe aber noch nie die Gruppenspiele überstanden.“ Im zweiten Halbfinale sah sich Timo Boll einer Legende gegenüber:

Mikael Appelgren (47) verblüffte die Zuschauer in den Gruppenspielen mit seinen guten Leistungen, unter anderem mit einem glatten 3:0 gegen Dimitrij Ovtcharov. Allerdings war gegen Timo Boll Endstation. szn/ek
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