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Tipps für eisige Zeiten

Vereiste Scheiben, stotternde Motoren – der Winter verlangt nicht nur dem Auto in diesen Tagen einiges ab. Bis Freitag erwarten die Wetterexperten noch Dauerfrost und am Wochenende soll Schnee fallen.

Saarbrücken. Die Frage ist so alt, dass der entsprechende Ratgeber des Naturschutzbundes Nabu noch in Mark rechnet, wenn er beziffert, dass die Deutschen jährlich mehrere hundert Millionen für die Vogelfütterung im Winter ausgeben: Darf man die Piepmätze also päppeln, wenn es draußen bitterkalt ist? Nabu-Landeschef Ulrich Heintz sagt kurzum: „Ja, man darf.“ Vorausgesetzt es handele sich um eine gezielte Fütterung bei Frost und Schnee, schränkt er jedoch ein.

Der Nabu-Landeschef erklärt, dass auch unter Naturschützern kontrovers diskutiert wird, ob die Meisenknödel am Apfelbaum im Garten Sinn machen: Für die einen ist es ein Eingriff in die Natur und verhindert die natürliche Auslese, für die anderen ist es aber auch die Chance, mehr Menschen näher zur Natur zu bringen.

Schwarz- und Rehwild sollte man dagegen überhaupt nicht füttern, sagt Heintz, da sonst die Bestände nicht durch die mögliche Futterknappheit im Winter reduziert werden.

Tier und Mensch müssen sich jedenfalls in den kommenden Tagen weiterhin auf Minusgrade einstellen. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach erwartet bis Freitag Dauerfrost für das Saarland. „Am Wochenende ist dann mit Schneefall zu rechnen, dann wird es nicht mehr ganz so kalt“, sagt Meteorologe Christoph Hartmann. Bis dahin seien in klaren Nächten bis zu Minus zwölf oder 13 Grad möglich, ist es am Himmel bewölkt sind es Minus sechs bis zehn Grad.

Diese Minus zehn Grad zeigte das Thermometer am Saarbrücker Flughafen in Ensheim auch in der Nacht zu gestern. Es war der kälteste Ort im Land. Der Betrieb dort lief aber ungestört, sagte der Technische Geschäftsführer Roman Grethel: „Wir haben aktuell keine Einschränkungen.“ Maschinen und Rollbahn würden lediglich enteist. „Das ist Standard in dieser Jahreszeit“, so Grethel.

Pannenhilfe musste unterdessen der Deutsche Automobilclub gestern häufig leisten: Willi Grüdel, Teamleiter der „Gelben Engel“ für das Saarland, zählte allein bis zum frühen Nachmittag 267 Einsätze. Am Sonntag waren es zum Vergleich 151 Autofahrer, die den ADAC riefen. Vorwiegend Starthilfe sei gefragt gewesen, so Grüdel – genauere Informationen über die technischen Probleme waren gestern nicht zu erhalten.

Tipps, wie sich Pannen vermeiden lassen, gibt es zuhauf. Mario Wandernoth, technischer Berater beim ADAC, rät zuallererst zu einem Türschlossenteiser in der Manteltasche. Sinnvoll sei ebenfalls einen zweiten Eiskratzer im Haus zu haben. Die Türdichtungen sollten idealerweise schon vor der Wintersaison mit einem Pflegestift vor dem Festfrieren geschützt werden. Das sei aber auch jetzt noch nachzuholen – wenn das Auto warm ist und die Dichtungen vorher trocken gerieben wurden. Damit das Auto auch starten kann, ist eine gute Leistung der Batterie notwendig, sagt der Berater. Gerade bei häufigen Kurzstrecken werde die Stromquelle besonders gefordert, da sie sich meist nicht vollständig wieder aufladen könne.

Wesentlich sei auch ein ausreichender Frostschutz in der Kühlflüssigkeit und der Scheibenwischanlage. „Da sollte man ein Auge drauf haben“, sagt der Fachmann. Gerade die Düsen für den nötigen Durchblick beim Schmuddelwetter dürfen nicht verstopfen. „Idealerweise sind diese Düsen beheizt“, berichtet Wandernoth. Grundsätzlich müssten vor der Fahrt auch alle Scheiben vom Eis befreit werden. „Es reicht nicht, nur ein Guckloch freizumachen“, warnt Wandernoth vor Unfällen.

Diese blieben – glücklicherweise – vorerst auf den Straßen im Saarland aus: Die Landespolizeidirektion meldete bis gestern Nachmittag keine Auffälligkeiten wegen der Kälte. Der Frost habe keine negativen Auswirkungen und der Verkehr rollt – auch wenn der ein oder andere mit klammen Fingern die ersten Minuten hinterm Lenkrad sitzt, bis die Heizung auf Touren kommt.

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