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Tochter missbraucht: Dennoch mildere Strafe für St. Wendler (44)

Saarbrücken/St. Wendel. Im vergangenen Jahr hatte die Jugendschutzkammer des Landgerichts einen 44 Jahre alten Mann aus St. Wendel wegen schweren Kindesmissbrauchs an seiner eigenen Tochter zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Der Angeklagte ging in Revision vor dem Bundesgerichtshof und erzielte einen Teilerfolg. Im Schuldausspruch hatte das Urteil Bestand. Über das Strafmaß hat gestern Nachmittag die 2. Jugendschutzkammer ein neues Urteil gefällt.

Sie hat den Vorgaben des Bundesgerichtshofs entsprochen und die Strafe von elf auf acht Jahre und sechs Monate reduziert. Der Bundesgerichtshof hatte die Strafminderungsgründe für nicht hinlänglich berücksichtigt gehalten: das Geständnis, dass er ohne Vorstrafen war, dass er sich der Polizei stellte und es keine Gewalt bei seinen Übergriffen gab. Die schweren sexuellen Übergriffe dauerten rund zweieinhalb Jahre. Die Tochter war anfangs neun Jahre alt. Die Eltern lebten getrennt. Während der Besuche beim Vater kam es zigfach zum Missbrauch. Als der Angeklagte merkte, dass seine Tochter nicht mehr mitmachen wollte, versuchte er es bei einer Schulfreundin der Tochter. Dadurch kamen die Übergriffe ans Tageslicht. Das Mädchen informierte sofort seine Eltern und diese gingen zur Polizei. Noch am selben Abend flüchtete der Angeklagte nach Spanien. Per Anhalter kehrte er im November 2011 ins Saarland zurück und stellte sich der Polizei. Seither befindet er sich in Untersuchungshaft.

Am gestrigen Verhandlungstag wurde die Ex-Ehefrau als Mutter des Opfers zu den Folgen gehört. Sie sind nach ihrer Aussage beträchtlich. Die Tochter verletze sich selbst, habe kein Selbstwertgefühl, leide an Albträumen und wache nachts schreiend auf. In ihrer Schule ist ihr Fall bekannt. Es wird getuschelt, ein Mitschüler habe sie als Hure ihres Vaters beschimpft. Ein Schulwechsel bringe nichts, auch in den Nachbarorten hat sich die Sache herumgesprochen.

Der Angeklagte hat Kontaktverbot zu seiner Tochter. Im Prozess versuchte er mit einem Schmerzensgeld von 15 000 Euro für die Tochter und 1500 Euro für ihre Freundin einen Täter-Opfer- Ausgleich. Er will zahlen, sobald er seine Strafe verbüßt hat. Die Anwältinnen der Opfer nehmen das Angebot nicht an. Es sei angesichts der anstehenden Strafhaft nicht mehr wert als eine bloße Absichtserklärung. jht


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