L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Tod einer Polizistin auf der A 1: War der Unfall vermeidbar?

Der Unfallort auf der Autobahn A 1 bei Göttelborn: Ein Streifenwagen stoppte mit Blaulicht die Fahrerin des Peugeots (rechts). Ein Golf-GTI (verdeckt) fuhr in die Kontrollstelle, verletzte eine Polizistin tödlich. Ein Kommissaranwärter wurde schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich bei Tageslicht.

Der Unfallort auf der Autobahn A 1 bei Göttelborn: Ein Streifenwagen stoppte mit Blaulicht die Fahrerin des Peugeots (rechts). Ein Golf-GTI (verdeckt) fuhr in die Kontrollstelle, verletzte eine Polizistin tödlich. Ein Kommissaranwärter wurde schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich bei Tageslicht.

Saarbrücken/Heusweiler. Mehr als drei Monate nach dem tragischen Unfalltod einer 28 Jahre alten Polizeikommissarin bei einer Kontrolle auf der Autobahn A 1 liegt den Ermittlern jetzt das umfangreiche Gutachten eines Sachverständigen vor. Die junge Beamtin war am Sonntag, 21. Oktober, mit ihrem Kollegen in einem Zivilfahrzeug, das mit einer Videomessanlage ausgestattet ist, auf der A 1 unterwegs. Eine 62 Jahre alte Fahrerin war ihnen wegen zu hohem Tempo und riskanter Fahrweise aufgefallen. Die Frau reagierte nicht auf Anhaltezeichen, so dass ein Streifenwagen zur Unterstützung gerufen wurde.

Im Bereich der Anschlussstelle Göttelborn stoppte die angeblich verwirrt reagierende Frau nach kilometerlanger Verfolgungsfahrt ihren Peugeot auf der rechten Autobahnspur unmittelbar vor dem Streifenwagen, dessen Blaulicht eingeschaltet war. Die Kommissarin und ihr Kollege passierten das gestoppte Auto und stellten das Zivilfahrzeug auf der rechten Spur ab. Die hintere Kamera des Wagens zeichnete noch auf, wie sich beide Warnwesten überziehen und in Richtung des gestoppten Peugeots gingen. Die Kommissarin wollte offenbar mit dem Beamten reden, der an der Fahrerseite des Peugeots stand. In diesem Moment fuhr, so Zeugen, ein Golf GTI mit hohem Tempo heran, prallte gegen die Fahrertür des Peugeots, erfasste den dort stehenden 22-jährigen Kommissaranwärter und fuhr in der nächsten Sekunde die Polizeibeamtin an, die noch am Unfallort starb.

Hätte der 29-jährige GTI-Fahrer aus Heusweiler dieses tragische Geschehen vermeiden können? Antwort auf diese Frage hatten sich die Ermittler von dem Saarbrücker Unfallsachverständigen erhofft. Nach zuverlässigen Informationen unserer Zeitung äußert sich der Experte dazu allerdings nicht. Nach seinen Berechnungen war der GTI-Fahrer an diesem Sonntagnachmittag bei gutem Wetter und auf trockener Straße mit einer Geschwindigkeit zwischen 120 und 140 km/h auf der Autobahn unterwegs. Ein Tempolimit war nicht vorgeschrieben. Als er die Engstelle erkannt hatte, bremste er wohl ab, erfasste die Beamtin dann aber nach den Berechnungen noch mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 80 km/h. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Nach Informationen unserer Zeitung wurden mehrere Autofahrer als Zeugen vernommen, die offenbar ohne größere Probleme langsam an dem gestoppten Peugeot vorbei gefahren waren. Nach Angaben des Eppelborner Rechtsanwaltes Claus Treutler, der den 29-jährigen Fahrer verteidigt, wurde das beschlagnahmte Unfallfahrzeug zwischenzeitlich wieder freigegeben. Treutler kündigte gegenüber unserer Zeitung an, sein Mandant werde sich zu dem Fall äußern, sobald ihm Einsicht in die Ermittlungsakten gewährt worden sei. Unmittelbar nach dem Unfall war dem Fahrer bereits auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wieder sein Führerschein ausgehändigt worden.

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