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Tod und Gräuel verkraften: Auch Polizisten brauchen Hilfe

Aber wie lebt und arbeitet man nach einem solchen Erlebnis weiter?

Der Leiter des Polizeibezirks Saarlouis, Norbert Rupp: "Bei außergewöhnlichen Fällen sollen meine Mitarbeiter mich anrufen, hier haben sie es innerhalb von 15 Minuten getan.“ Der Chef machte sich sofort auf zum Tatort. Die Beamten hatten Martina T. (40) erschlagen in ihrer Wohnung gefunden - ihr Ehemann und mutmaßliche Täter, Horst T. (47), blutbesudelt daneben - sowie zwei der Kinder (20 und 6), tot, ihre Kehlen durchschnitten. Horst T. wurde laut Polizei mittlerweile vom Klinikum Saarbrücken ins Gefängniskrankenhaus nach Wittlich verlegt. Er sei noch immer nicht vernehmungsfähig.

Für schreckliche Situationen hat die Polizei ein Betreuungskonzept. Diese Maßnahme lief wenige Stunden nach dem Fund an: Rupp rief seine Mitarbeiter zusammen. Der Polizist: "Als Ruhe einkehrte, erzählten sie von vor zehn, 15 Jahren, eins zu eins, als ob nur eine Schublade aufgegangen ist.“ Stufe zwei folgte am Mittwoch: Landespolizeipfarrerin Christine Unrath und Landespolizeidekan Rolf Dillschneider trafen sich mit den betroffenen Beamten zum Gespräch. In solchen Unterredungen geht es um religiöse Fragen, Schuldgefühle und physische Reaktionen wie etwa Schlafstörungen. Unrath sagt, es ginge darum zu zeigen, „dass sie keine Weicheier im falschen Beruf sind“.

Bei einer schweren Belastung stellt Rupp den Polizisten frei, ob sie ein paar Tage zu Hause bleiben wollen. Doch die Arbeit kann auch helfen. Unrath: "Für viele ist die Arbeit das Korsett, das sie aufrecht hält.“
szn/bie

Erste Hilfe für die Seele



Saarlouis. Weiterleben. Das müssen nun die Angehörigen der Opfer des Rodener Familiendramas. Was simpel klingt, ist doch so schwer. Um Hinterbliebene, Augenzeugen oder Opfer von Gewaltverbrechen oder Unfällen kümmern sich die Notfallseelsorger des PSU Saarland, dem Fachdienst für Psychosoziale Unterstützung in Notfällen.

Notfallseelsorger Winfried Lorenz: "In Fällen wie jetzt unterstützen wir auch die Polizei. Beim Überbringen einer Todesnachricht sind wir dabei, um Erste Hilfe für die Seele zu leisten. Wir können länger am Ort bleiben als die Polizei.“ Lorenz fing die Mutter und Oma der Opfer von Roden in der Nacht in ihrem Leid auf. Und auch in der Zeit danach sind er und seine Kollegen für die Betroffenen da, gehen etwa mit ihnen in die Wohung der Tote, um persönliche Sachen abzuholen.

Und: Die Seelsorger betreuen sich auch gegenseitig. Lorenz: "In der ersten bis dritten Nacht ruft ein anderer Kollege den am Einsatz beteiligten an und bietet eine Reflexion an.“
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