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Tödliche Messerstiche in Malstatt: Angeklagter freigesprochen

Saarbrücken. Wegen Totschlags hat ein 31-jähriger Mann vor dem Schwurgericht in Saarbrücken gestanden. Ihm wurde zur Last gelegt, am 13. Februar dieses Jahres seinen 41 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung in Saarbrücken-Malstatt erstochen zu haben. Der Angeklagte hat zu Prozessbeginn sein bei der Polizei abgelegtes Geständnis widerrufen. Nicht er habe zugestochen, sondern der andere Gast. Der war als Belastungszeuge geladen. Als ihm eröffnet wurde, dass er als Täter bezichtigt werde, machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Vier Personen befanden sich zur Tatzeit in der Wohnung – der Gastgeber, eine Frau und zwei Männer. Nachdem sie viel Alkohol getrunken hatten, kam es zum Streit, vermutlich um die Beziehung zu der Frau.

Der Täter ging auf seinen ebenfalls stark alkoholisierten Gastgeber los und versetzte ihm sieben Stiche mit einem Küchenmesser. Einer war tödlich. Binnen kurzer Zeit verblutete der Mann.

Zu Prozessbeginn widerrief der Angeklagte sein früheres Geständnis vor der Polizei. Durch seinen Verteidiger ließ er einen Überblick über seine Lebensgeschichte und den Tathergang verlesen. Weitere Auskünfte wollte er nicht geben. Er sei in Kasachstan und im Saarland zu Schule gegangen. Danach habe er eine Lehre als Maler und Stuckateur absolviert, aber die Abschlussprüfung wegen Sprachschwierigkeiten nicht bestanden. Bis zu seiner Verhaftung arbeitete er in seinem Beruf oder als Moselschiffer und Leiharbeiter. Er sei ledig, habe ein Kind und wohne bei seiner Mutter.

Die Messerstiche habe nicht er, sondern sein Freund, der andere Gast, gesetzt. Danach habe er das Messer an seinem T-Shirt abgewischt. Beide seien sie in die Wohnung des Freundes gegangen und hätten die Kleidung gewechselt. Er habe die Schuld auf sich genommen, weil dessen Ehefrau ein Kind erwartete.

Der Freund war als Zeuge geladen. Als ihm eröffnet wurde, dass er nun als Täter in Betracht komme, wollte er ohne Anwalt keine Aussage machen und schwieg. Der Prozess endete mit einem Freispruch nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten. jht
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