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Toscani: Facebook-Button für Massen-Einladung soll weg

Die ungewollte Facebook-Party in Namborn lief etwas aus dem Ruder

Die ungewollte Facebook-Party in Namborn lief etwas aus dem Ruder

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Saarbrücken. Die gesetzeswidrige Eskalation beim Massen-Auflauf von etwa 2000 jungen Menschen in Heusweiler-Numborn am vergangenen Samstag hat Saar-Innenminister Stephan Toscani (CDU) veranlasst, einen Drei-Punkte-Plan auf den Weg zu bringen, um solche Ereignisse künftig in den Griff zu bekommen. „Leider ist es auf der Party-Einladungsseite von Facebook möglich, versehentlich die gesamte Facebook-Gemeinde zu einer privaten Party einzuladen. Deshalb werde ich das Unternehmen Facebook Deutschland dazu auffordern, die Voreinstellungen auf der Internetseite zu ändern“, sagte Toscani gestern vor Journalisten in Saarbrücken.



Wie ein Mitarbeiter Toscanis demonstrierte, steht ein Häkchen für die Groß-Einladung („Öffentliche Veranstaltung“) bereits als Standard beim Öffnen der Seite im dafür vorgesehenen Feld. „Die Einladung des Jugendlichen aus Numborn hat sich wie beim Schneeballsystem explosionsartig verbreitet“, sagte Toscani. Wolfgang Klein, Polizei- und Bevölkerungsschutz-Abteilungsleiter im Innenministerium, bezifferte die vorläufigen Kosten für Polizeieinsatz und Schäden an öffentlichen Einrichtungen in Numborn – unter anderem wurden zwei Wartehäuschen an Bushaltestellen zerstört – auf 165.000 Euro. Dazu kämen die Schäden, die Private davongetragen hätten. Die Polizei habe nach Hinweisen aus der Bevölkerung ein paar Tage vor dem Party-Termin den Jungen „Meikel“ und seine Eltern besucht. Der Junge habe angegeben, nicht gewusst zu haben, dass seine Einladung web-öffentlich war. Die Eltern seien gar nicht informiert gewesen.

Toscani sagte, dass man private Einlader nicht so einfach für Schäden in Regress nehmen könne, da das Veranstaltungsrecht hier nicht greife. Er werde das Thema auf der Innenministerkonferenz ansprechen.
Zudem will sich Toscani in der kommenden Woche mit Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) als Chef der Kreispolizeibehörde, mit dem Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) als Chef der Ortspolizeibehörde, der Landespolizeiführung und der Zentralen Bußgeldbehörde an einen Tisch setzen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Die Botschaft laute: „Randalierer werden zur Rechenschaft gezogen.“ Toscani sagte weiter, die weitaus meisten Party-Teilnehmer seien friedlich gewesen, nur eine kleinere Gruppe habe die öffentliche Ordnung missachtet. „Ein generelles Verbot solcher Partys kann es nicht geben, wir leben in einem freien Land, in dem Feiern dazu gehört“, so Toscani.

Er habe als Jugendlicher auch mal einen getrunken, man dürfe den Fall keinesfalls „mit Schaum vorm Mund“ beurteilen.
Der Minister forderte, das Landesbehörden und Kommunen dafür sorgen müssten, Ausschreitungen wie in Numborn vorzubeugen. Sein Ziel sei es daher, gemeinsam mit dem Landkreis- und dem Städtetag Strategien zu erarbeiten.


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