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Total verzichtet auf Berufung im Prozess um Explosion in Carling

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. (Symbolbild)

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. (Symbolbild)

Der Betreiber der Chemie-Plattform im grenznahen Carling , Total Petrochemicals, hat seinen Antrag auf Berufung im Prozess um den tödlichen Unfall 2009 zurückgezogen. Bei einer Explosion im lothringischen Werk waren damals zwei Männer ums Leben gekommen, weitere sechs Mitarbeiter wurden verletzt. Erst in diesem Frühjahr hatte der Prozess vor dem Saargemünder Gericht stattgefunden. Auf der Anklagebank saßen Aufsichtsratsmitglied Philippe Goebel als Vertreter von Total und Claude Lebeau, der damals die lothringische Fabrik leitete. Sie waren der fahrlässigen Tötung in zwei Fällen sowie der fahrlässigen Verletzung am Arbeitsplatz angeklagt. Mitte Juni wurden sowohl das Unternehmen als auch der frühere Werks-Chef schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der tödliche Unfall ursprünglich darauf zurückzuführen war, dass die Geschäftsführung des Carlinger Werks jahrelang absichtlich eine Sicherheitsvorrichtung ausgeschaltet hatte. Während der Konzern zu 200 000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, bekam Lebeau eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 20 000 Euro. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung hatte Totals Verteidiger angekündigt, dagegen in Berufung zu gehen (wir berichteten).

Diesen Antrag auf Rechtsmittel hat sein Mandant nun zurückgezogen. Begründet wird die Entscheidung mit dem Willen, die Familien der Opfer und die Nebenkläger durch eine Wiederauflage des Prozesses nicht weiter zu belasten. Damit wird die strafrechtliche Gerichtsentscheidung rechtskräftig. Parallel dazu gibt es in diesem Fall immer noch ein Zivilverfahren gegen Total. Um einen Prozess zu vermeiden, strebt das Unternehmen eine finanzielle Verständigung mit den Klägern an.

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