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Tote Saarbrückerin soll Handy-Vertrag abgeschlossen haben

„Können Tote 15 Monate nach ihrem Tod noch telefonieren?“ Diese makabere Frage musste sich Notburga Braun aus Saarbrücken kürzlich stellen, als sie einen Brief einer Inkasso-Firma erhielt. Ihre im März 2012 verstorbene Tante soll mit dem Mobilfunk-Anbieter Vodafone im Juli 2013 angeblich einen Vertrag auf ihren Namen abgeschlossen haben. „Die Adresse sowie ihr Geburtsdatum waren korrekt angegeben – sogar die richtige Bank“, berichtet die SZ-Leser-Reporterin.

Da das Unternehmen die Rechnungsbeträge nicht von der Bank habe einziehen können, habe ihr Cousin als Erbe kürzlich ein Schreiben von dem Inkasso-Büro bekommen. Er sei unter Androhung von juristischen Schritten aufgefordert worden, rund 280 Euro zu bezahlen. Auf ihren Antwortbrief an den Mobilfunk-Anbieter habe Vodafone nicht reagiert, so Braun. Und auch das Inkasso-Büro sei nicht auf ihr Schreiben eingegangen, dem sie einen Totenschein beigelegt habe. Stattdessen sei den Hinterbliebenen eine letzte Zahlungsfrist gesetzt worden. „Eigentlich müssten die doch schon stutzig werden, wenn eine 1928 geborene Frau plötzlich ein Handy bestellt“, meint die SZ-Leserin.

„Hier liegt ein klarer Fall von Betrug vor“, erklärt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Opfer seien sowohl die Angehörigen als auch das Unternehmen. Jemand, der die Daten der Verstorbenen gekannt habe, habe offenbar im Internet eine Prepaid-Karte, die mit einem Geldbetrag aufgeladen und dann abtelefoniert wird, bestellt. Der Täter, der wohl aus dem nachbarschaftlichen Umfeld der Tote stammen müsse, habe dann den Brief mit der Karte abgefangen, vermutet der Sprecher.

Die 150 Euro, mit der der Unbekannte das Guthabenkonto aufgeladen habe, seien über die Bankverbindung der Verstorbenen bezahlt und sofort verbraucht worden. Als das Kreditinstitut die Überweisung zurückbuchen ließ, weil das Konto nicht mehr existiert, habe Vodafone seine Rechnungen und Mahnungen an die von dem Kriminellen angegebene Adresse geschickt und schließlich ein Inkasso-Büro eingeschaltet.

Das Unternehmen stelle natürlich alle Forderungen gegenüber den Angehörigen ein und erstatte Strafanzeige wegen Betrugs, so Petendorf. Dafür, dass das Unternehmen auf die Post der SZ-Leserin zunächst nicht reagiert habe, entschuldige man sich, teilte Vodafone mit. mv
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