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Tote und Verletzte: Fahr- Anfänger machen Saarlouiser Polizei zu schaffen

Junge Fahrer verursachen besonders häufig schwere Verkehrsunfälle mit Toten und Verletzen. Wie kürzlich in Lisdorf, Felsberg und Bous. Die Polizei will mit Kontrollen und Sicherheitstrainings gegensteuern.

Von SZ-Mitarbeiter Rolf Ruppenthal

Saarlouis. Früher Samstagmorgen, Lisdorf: Die Provinzialstraße gleicht einem Schlachtfeld. Zwei Jugendliche haben sich ein Rennen geliefert. Ein mit drei Personen besetzter Pkw war dabei nach rechts von der Straße abgekommen und hochkant in eine Reihe parkender Wagen geschleudert. Während Fahrer und Beifahrer nur leicht verletzt wurden, musste ein weiterer Mitfahrer mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus transportiert werden. Der zweite Raser flüchtete im weißen Golf. Die Polizei fahndet nach ihm, sucht Zeugen.

Wenige Wochen zuvor war es in Unterfelsberg zu einem ähnlichen Unfall gekommen, als ein junger Franzose mit seinem Pkw in einen Parkplatz hineinflog. Tragisch endete ein Frontalzusammenstoß am Freitagvormittag, nachdem ein 19-jähriger Fahranfänger wohl auf die Gegenfahrbahn geraten war und mit einem Pkw zusammenstieß. Die schwer verletzte Fahrerin, Mutter eines schulpflichtigen Kindes, konnte zwar von der Feuerwehr aus dem Wrack herausgeschnitten werden, sie starb aber später im Krankenhaus.

Die Polizei beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Wie Karl-Heinz Feld, Pressesprecher der Polizei in Saarlouis, erklärte, ist die Unfallentwicklung bei den jungen Fahrern nur minimal rückläufig. Insbesondere bei Unfällen mit Verletzten liege die Zahl gut doppelt so hoch wie bei anderen Personengruppen. Laut Landespolizeidirektion ist hier das Tötungs- und Verletzungsrisiko besonders hoch: Jede dritte im Saarland getötete und schwer verletzte Person war zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Zu schnell, Alkohol, Drogen: Das sind nach Polizeiangaben die drei Hauptursachen. Deshalb wird die Polizei in den nächsten Wochen verschärft Kontrollen durchführen. Parallel dazu baut sie aber auch auf Prävention. Mit für Sicherheitsprogrammen will man auf junge Leute einwirken. Wie Peter Groß von der Polizei in Bous betonte, ist aber auch ein grundsätzliches Umdenken notwendig. Nirgendwo seien die Verkehrsteilnehmer so uneinsichtig wie in Deutschland. Dazu komme, dass viele Erwachsene im Straßenverkehr ein schlechtes Vorbild abgäben.


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