A8 Luxemburg Richtung Saarlouis Zwischen AS Merzig und AS Rehlingen Gefahr durch defektes Fahrzeug (01:33)

A8

Priorität: Sehr dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Totgesagte feiern länger: Trimmtreff-Faasend geht mit Theman-Bars, Tanz-Zonen zurück zu den Wurzeln

Die Fastnacht im Trimmtreff ist gerettet.

Die Fastnacht im Trimmtreff ist gerettet.

Wie man ja weiß, leben Totgesagte länger – auch in Narren-Kreisen: Die beliebte Trimmtreff-Fastnacht war, als sich der bisherige Veranstalter wegen sinkender Besucherzahlen zurückgezogen hatte, abgesagt worden. Doch dann ist mit Markus Lenz und seiner Firma „Chic Musik Light & More“ ein Veranstalter aus Köllerbach in die Bresche gesprungen – im Oktober war die Absage gekommen, ab November wurde schon wieder neu geplant.

„Zurück zu den Wurzeln“, könnte man als Motto darüber schreiben: Ganz bewusst lehnt sich Lenz – wenn auch im moderneren Gewandt – an die „großen Tage“ der Trimmtreff-Fasenacht an, als diese noch von der Festgemeinschaft Püttlinger Vereine (FPV) verantwortet wurde. So freut sich Veranstalter Lenz, dass mit dem TTC Püttlingen , dem TV Köllerbach und dem SC Delphin wieder drei Vereine mit an Bord sind, die sich um die Getränkebewirtschaftung kümmern.

Lenz, von Hause aus Einzelhandelskaufmann und Beschallungstechniker, ist seit 17 Jahren im Geschäft, seit über zwölf Jahren hat sein Unternehmen die technische Leitung bei den Konzerttouren von Grandprix-Gewinnerin Nicole.

Ein wichtiges Ziel sei es, so Lenz im Gespräch mit der SZ, die Trimmtreff-Fastnacht, die zuletzt eher das jüngere Partyvolk angezogen hatte, wieder für alle Generationen attraktiv zu machen. So sind nicht nur – wie früher – in den „Katakomben“ verschiedene Mottobars eingerichtet, auch musikalisch gibt es verschiedene Bereiche und die Empore wird in einen eigenen kleinen Saal mit Oldiedisco verwandeln, in dem dann „richtig“ getanzt werden kann. Auch Sitzgelegenheiten werde es wieder geben. Unterm Strich soll es wieder eine große, bunte Fastnachtssause mit guten Party-Bands und Discos werden. Die Bühne bekommt einen neuen Standort und wird auf 84 Quadratmeter vergrößert, die Tribüne ist, von der Halle aus betrachtet, zugehängt, um den Gesamteindruck auch optisch attraktiver zu machen. .



Da sich auch eine Fastnachtssause finanzieren muss, ist es wirtschaftlich eine Notwendigkeit, ein breiteres Publikum anzulocken. Zumal das unternehmerische Risiko gewachsen ist, da das Ausrichten öffentlicher Veranstaltungen schon allein wegen der deutlich gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit teurer geworden ist. „Die Auflagen sind sehr hoch“, schildert Lenz, „bevor ich den Zuschlag bekommen habe, hatte ich ein 48-seitiges Sicherheitskonzept eingereicht.“

Zwar sind die Tage glücklicherweise lange vorbei, als es im Trimmtreff regelmäßig „Fastnachts-Schlägereien“ gegeben hatte, dennoch belaufen sich die Ausgaben allein für die Sicherheit auf etliche Tausend Euro. „Das Ordnungsamt hat zum Beispiel auch eine Anti-Terror-Versicherung verlangt“, auch die „Security“ (also die Aufpasser) gibt's nicht umsonst. Aber Lenz zeigt sich zuversichtlich, denn schließlich war die Püttlinger Trimmtreff-Faasend „mal eine der Top-Adressen im Saarland – mit rund 8000 Gästen an fünf Tagen.“ > Programm folgt



Im Trimmtreff wird an vier Tagen gefeiert, mit Prinzenball am Fetten Donnerstag, 4. Februar, „Närrischer Disco“ am Freitag, „Ball der 1000 Farben“ am Samstag (je 20.11 Uhr, Einritt 13 Euro) und dem Kindermaskenball mit Zaubershow am Sonntag, 14.30 Uhr, Eintritt 4 Euro. (Die Püttlinger Seniorenfastnacht am Dienstag läuft unter der Regie der Stadt).

fastnacht-puettlingen.de

1977 hatte die drei Jahre zuvor gegründete „Festgemeinschaft Püttlinger Vereine “ (FPV) begonnen, aus dem Trimmtreff Viktoria eine im Laufe der Zeit saarlandweit bekannte Karnevalshochburg zu machen. Elf Vereine hatten zuletzt der FPV angehört, für die auch Markus Lenz etwa zehn Jahre lang gearbeitet hatte.

Im Mai 2009 löste sich die Festgemeinschaft recht überaschend auf – nicht wegen ausbleibender Besucher, sondern weil sich keine Nachfolger für den zurückgetretenen Verwaltungsausschuss (Vorstand) gefunde hatten. Der Vorstand war aus verschiedenen Gründen zurückgetreten, etwa wegen des Alters und weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger geworden waren, neue Gesetze die Haftung erhöhten und neuerdings – wohl auch nicht ganz unberechtigt – Sicherheitskonzepte verlangt wurden. Intern hieß es vor allem auch, dass sich nicht mehr genug (junge) Leute finden würden, um eine so große Veranstaltung zu stemmen.

Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Martin Speicher legten sich ins Zeug, um einen Nachfolger zu finden. So übernahm Thilo Ziegler (mit seiner „Presented for People“ GmbH auch Macher des Rocko del Schlacko) die Veranstaltung und setzte verstärkt auf Unterhaltungsstars der Partyszene als Zugpferde.  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein