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Tourismusbranche Saar investiert kaum

Die Investitionsbereitschaft im saarländischen Tourismusgewerbe lässt zu wünschen übrig. So bewegen sich die Investitionen der Branche derzeit auf einem Zehn-Jahres-Tief. Das wurde gestern bei der Präsentation des Sparkassen-Tourismusbarometers 2015 deutlich, das der Finanzverbund seit 2005 zusammen mit dem Münchner Beratungsunternehmen DWIF-Consulting erstellt.

Die Präsidentin des Sparkassenverbands Saar, Cornelia Hoffmann-Bethscheider, führte die Investitions-Enthaltsamkeit darauf zurück, dass die Kosten – vor allem bei Personal- und Energie – in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen sind. Inzwischen müssten mehr als 93 Prozent des Umsatzes aufgewendet werden, um die Kosten zu decken. Entsprechend dünn sei die Kapitaldecke bei vielen Inhabern von Gaststätten, Restaurants, Campingplätzen oder Hotels.

Auffallend ist auch, dass die Tourismus-Branche im Land trotz steigender Übernachtungs- und Gästezahlen beim Umsatz fast auf der Stelle tritt. Für das Jahr 2007 wies das Tourismusbarometer bereits Erlöse von 1,3 Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr waren es 1,4 Milliarden Euro, was einem jährlichen Zuwachs von nominal (mit Preissteigerungen) einem Prozent entspricht.

Für Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) ist der Tourismus dennoch eine Branche, „die im Saarland eine bedeutende Rolle spielt“. Er sei ein Zukunftsthema des Landes, was allein darin sichtbar werde, dass im Haushalt rund 13 Millionen Euro für die finanzielle Unterstützung des Tourismus eingestellt sind. Förderwürdige Investitionen – wie zum Beispiel Bauvorhaben – könnten mit bis zu 25 Prozent aus Landesmitteln bezuschusst werden. Rund 33 000 Frauen und Männer würden Vollzeit in der Branche arbeiten.

Um dennoch zu erfahren, wohin die Reise gehen soll, wird derzeit an einer Tourismusstrategie für das Saarland gearbeitet, die Perspektiven bis zum Jahr 2025 aufzeigen soll. Sie wird am 16. November vorgestellt.

Bei den Übernachtungen hat das Saarland in den ersten sieben Monaten 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 1,7 Millionen zugelegt. „Das ist eine Stabilisierung auf hohem Niveau“, sagte Mathias Feige, Geschäftsführer von DWIF-Consulting. Seit 2012 sind die Übernachtungen von 2,28 auf 2,92 Millionen (2014) angestiegen, was vor allem durch den neuen Ferienpark am Bostalsee erklärt wird. Dem Sparkassen-Barometer zufolge hielten sich die touristischen Besucher – einschließlich der Tagesgäste – im vergangenen Jahr 39,5 Millionen Tage im Saarland auf, wobei auch die Besuche aus dem benachbarten Ausland zugenommen haben. Die Steuereinnahmen liegen bei 96 Millionen Euro und der Beitrag des Tourismus zum saarländischen Bruttoinlandsprodukt erreicht 2,8 Prozent.

 

Meinung:
 

Die sparsamen Touristen

Von SZ-RedakteurLothar Warscheid

Die Umsätze in der saarländischen Tourismusbranche steigen seit Jahren kaum. Dennoch ist die Zahl der Übernachtungen spürbar angewachsen. Daraus lässt sich nur schließen, dass zwar mehr Menschen das Saarland entdecken, sie sich bei ihren Ausgaben aber stärker zurückhalten als bislang angenommen. Wanderer und Radfahrer – die bislang favorisierten Zielgruppen – bevorzugen tagsüber halt gerne selbst geschmierte Brote aus der Tupperdose und Tee aus der Thermoskanne. Man muss die Leute nur dazu bringen, dem Saarland länger die Treue zu halten. Vielleicht liegt später dann auch mal die Spendierhose im Urlaubsgepäck.
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